Mundarthörspiel
Autor/Autorin:
Perez Hirshbein
Oif an sinnigen Weg
Bearbeitung (Wort): Szymon Szurmiej
Komposition: Leopold Koszlowski
Technische Realisierung: Andrzej Broska
Regieassistenz: Henryk Rozen
Regie: Szymon Szurmiej
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Stefania Staszewska Rachela Henryk Rajfer Rywka Seweryn Dalecki Dawid-Noah Hermann Lercher Rabbin Golda Tencer Cyne Etl Szyc Abram-Jakub Szymon Szurmiej Hersz-Ber Michal Szwejlich Szmul-Szymoke Julius Berger Elknee Wanda Siemiaszko Gilt Jerzy Walczak Lewi Tachoh Barbara Szeliga Dobe Helena Kowalska Stera
Als der Westdeutsche Rundfunk im Oktober vergangenen Jahres seine Reihe Shalom mit Hörspielen in jiddischer Sprache begann, reagierten sowohl die Hörer als auch die deutschsprachige Presse interessiert bis begeistert. Von einem "historischen Augenblick" war da die Rede, handelte es sich doch um die erste akustische Dokumentation dieser Sprache, deren Schicksal nicht zuletzt ein Stück deutscher Geschichte ist. Die deutschsprachigen Sender WDR, der Schweizer Rundfunk DRS und der Osterreichische Rundfunk ORF haben sich daher mit Kol Israel zusammengeschlossen, um vier Hörspiele in dieser so poetischen und plastischen Sprache zu produzieren. "Hebräisch redet man, jiddisch redet sich von allein", sagt ein jüdisches Bonmot - erweitert könnte man sagen: Jiddisch versteht sich (fast) von allein und mit Hilfe der deutschen Zwischentexte sollte es dem interessierten Hörer nicht allzu schwer fallen, auf "sonnigen Pfaden" mitzuspazieren. Vorlage dieses mit sehr viel Musik angereicherten Hörspiels sind Motive aus Erzählungen von Perez Hirshbein, wie sie auch in dem berühmten jiddischpolnischen Film von 1939, "Griene Felder" ("Green Fields") aufscheinen. Wie so oft im jiddischen Musical geht es um "Herz, Schmerz und Nerz" - letzteres allerdings ist dann eher ein Kaninchen, denn die Liebe zwischen Stera und Hersch Ber, aber auch zwischen Cyna und Rebe spielt sich eher in ländlich-sittlicher Umgebung ab. Eine Verwechslungskomödie à la "Was ihr wollt" ist dies ebenso wie ein unbekümmert sich gebendes Genrestück, das allerdings auf Kritik am Traditionsschmuck - wie dem, daß manche Eltern ihre Kinder nur mitgifthalber in die Ehe geben wollen - auch nicht gerade spart. Anzumerken bleibt noch, daß aus eben dieser Musicaltradition, wie sie vor allem in New York gepflegt wurde und wird, Stars wie Jack Lemmon, Walter Matthau, Judy Garland, Liza Minelli und Barbra Streisand hervorgegangen sind.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk / Kol Israel / Österreichischer Rundfunk
- Erstsendung: 16.02.1988 | 67'21