Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Karl Günther Hufnagel
Die Idylle eines Polizisten
Technische Realisierung: Erdmann Müller, Petrine Steinhorst
Regieassistenz: Ursula Ruppel
Regie: Ulrich Heising
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Bernd Tauber Arnold Gudrun Gabriel Frieda Antje Primel Kind
"Es ist ein Gewimmel, Frieda. Die Tücke hat die Herrschaft übernommen. Die Taschendiebe und Zuhälter, nicht die großen Verbrecher, sondern die Schwarzfahrer und Ladendiebe. Wir leben in einem Volk der Gewissenlosen, sie werden uns ausrotten, um unter sich zu sein, jeder hat die Hand in des anderen Tasche, und niemand soll sie dabei stören. Du hast die Gläser nicht gut geschwankt, der Schaum fällt zusammen, du mußt das Spülmittel sauber entfernen." - Der Polizist Arnold träumt von Ordnung. "Bei uns ist alles, wie es sein soll", sagt er: in seiner Welt mit Frau und Kind. Aber draußen ist irgend etwas nicht mehr in Ordnung, seit Arnold einen Menschen erschossen hat. "Ich habe einen Menschen erschossen, ja, aber ich bin kein Mörder, ich kann von mir sagen, daß ich anständig geblieben bin wie meine Kameraden es sind. Ich habe nicht einmal einen Fehler gemacht, ich mußte so handeln. Wenn du dem Verbrechen gegenüberstehst, mußt du immer handeln, dann ist keine Zeit mehr zu differenzieren. Das wissen wir alle, denn wir sind immer vom Verbrechen bedroht. Manchmal tritt es unscheinbar auf, jung an Jahren, aber du mußt es trotzdem erkennen. Denn dann wäre es nicht nur mit dir vorbei, sondern mit der Gesellschaft überhaupt. Dann wuchert das Verbrechen im Körper der Gesellschaft bis es übermächtig wird, frühzeitig muß es erkannt und herausgeschnitten werden." (Karl Günter Hufnagel)

Produktions- und Sendedaten
- Sender Freies Berlin 1984
- Erstsendung: 11.12.1984 | 68'30