Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Ria Endres
Tango zu Dritt
Technische Realisierung: Dieter Stratmann, Gabriele Neugroda
Regieassistenz: Christoph Pragua
Regie: Hans Gerd Krogmann
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Nina Danzeisen Stimme 1 Hildegard Schmahl Stimme 2
Im Hörspiel "Tango zu Dritt" von Ria Endres verwickeln sich zwei weibliche Stimmen in den Prozeß ihrer Geschichte. Sie sprechen von den Schwestern Peggy, Nelly und Eva. Aber es ist kein Dialog, sondern das Nebeneinanderhersprechen von Nellys Stimme, die sich gespalten hat. Den Dialogpart übernehmen winselnde, knurrende oder bellende Hundestimmen. Dadurch entsteht eine gespenstische ästhetische Dimension. Die Geschichte führt über eine südliche Landschaft in das nördliche Gefängnis eines kleinen Zimmers und vor Gericht. Zu dieser Geschichte gehören auch Tango-Melodien, das Geräusch des Meeres und der Straßenlärm einer Großstadt. Sie bringen jedoch keine Besänftigung. Die zwei Stimmen kämpfen gegen die "verschimmelte Zeit" und für die erste Erinnerung von Nelly; sie kämpfen um die Trennung von den Schwestern, denn das lneinanderspielen der Trias hatte etwas Monströses. Nelly kämpft um ihren Namen, Eva will ohne Schuld sein und Peggy hält sich raus. Immerhin endet dieser Prozeß vor Gericht. Doch wem wurde eigentlich der Prozeß gemacht? Wer sind die Richter? Sicher ist nur, daß auf Leben und Tod gespielt wurde. Der Versuch von Nellys Subjektsuche führt in eine sehr nackte Gegenwart.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1984
- Erstsendung: 04.12.1984 | 41'35