Hörspiel
Autor/Autorin:
Stephan von Huene
Rohrspiel
Technische Realisierung: Heinz Klein, Maria Mehrländer
Regieassistenz: Klaus Schöning
Regie: Stephan von Huene
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Stephan von Huene Gisela Saur-Kontarsky
Die sechs Klangskulpturen "Text Tones" des bildenden Künstlers Stephan von Huene gaben den ersten Impuls für das Hörspiel "Rohrspiel". Diese Skulpturen bestehen aus besonders gestimmten Aluminium-Rohren, die auf rechteckigen, hohen Kästen montiert sind. An jedem der Rohre sind je ein Mikrofon und ein Lautsprecher eingebaut. Geräusche und Stimmen der Betrachter der Objekte in Kunstausstellungen werden aufgenommen und in der Skulptur auf Band gespeichert. In Abständen von drei Minuten gibt die Skulptur über Lautsprecher und die Rohre, die als Resonanzkammern dienen, die transformierten Geräusche zurück. Gleichzeitig schlagen Hämmerchen, die über der Mitte der Rohre montiert sind, im Rhythmus der Dynamik der Geräusche. Weitere Klangmaterialien des, "Rohrspiel"-Hörspiels sind frühere Klangskulpturen von Huenes wie "Kaleidophonic Dog", "Tapdancer" "Rosebud Annunciator", "Washboard Band" und die fünf "Totem Tones", orgelpfeifenartige Gebilde. Hinzu kommen Textfragmente, die aus Stephan von Huenes Lektüre stammen, sowie Rohrspiel-Gespräche in Köln und Berlin. "Meister Eckhart war für mich lange Jahre eine wichtige Lektüre und Lektion. Er konnte jedes Thema aufnehmen, und welche Geschichte er auch immer erzählte: sie endete in einem Paradox. Er sagte zum Beispiel: zerbrich einen Stock und da ist Gott. Es ist der gleiche Stock, mit dem der Zen-Meister seine Studenten auf den Kopf schlägt, wenn sie bei der Meditation eingeschlafen sind - um sie aufzuwecken."

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1985
- Erstsendung: 03.12.1985 | 30'50