Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Patrick Roudier
Zoo
übersetzt aus dem Französischen
Übersetzung: Helmut Scheffel
Komposition: Patrick Roudier
Technische Realisierung: Peter Esser, Anne Effertz-Arnal, Renate Klein
Regieassistenz: Claudia Johanna Leist
Regie: Hein Bruehl
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Claus Dieter Clausnitzer Peter Kerchbaumer Manuel Schulz Bachtijar Rabimow Hannelore Hoger Peter Weis Thomas Lang Vreneli Busmann Hans Walter Kramski
Der junge französische Poet und Radiomacher Patrick Roudier der zeitweise mit Pierre Henry, dem Protagonisten der Musique Concrète, zusammenarbeitete, hat sein Stück "Zoo" in Köln mit dem deutschen Regisseur Hein Bruehl realisiert. "Zoo" erscheint als eine konsequente Fortführung von Experimenten und Studien, die mit dem Nouveau Roman begonnen haben und später von der Gruppe Tel Quel fortgesetzt wurden. Eine Stimme evoziert einen Bildraum: den Zaun von Eisenstangen um den nächtlichen Park, das schmiedeeiserne Tor, die durch die Zaunstangen sichtbaren Käfigstangen, hinter denen sich die Formen der Raubtiere nur ahnen lassen. Ein anderes Bild: ein Schlafsuchender wird durch ein zerschellendes Glas, das er in schläfriger Bewegung zu Boden gestoßen hat, aus seinem Dämmer gerissen. Im dunklen Park ist ein Turm zu erkennen, der eine sakrale Bedeutungssphäre assoziieren läßt; eine zweite Stimme greift diese Assoziation auf und verlängert sie zur Bilderkette, die ein wie von Max Ernst entworfenes fremdartiges kultisches Ritual heraufbeschwört, als Auftakt zu einer Prozession, die durch Räume und Farbkonstellationen wie in einem Bild von Chirico führt. Zwei weitere Stimmen kommen hinzu. Alle Stimmen sind schließlich so miteinander verschränkt, daß sie ein vibrierendes, vexierendes Bedeutungsganzes ergeben, das gleichsam ein akustisches Gegenstück zu den Bildern von M. C. Escher darstellt.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1990
- Erstsendung: 20.11.1990 | WDR 3 | 21:00 Uhr | 53'24