Kurzhörspiel

Autor/Autorin: Valeri Scherstjanoi

Polyphonia

Technische Realisierung: Manfred Retsch, Barbara Liebrich

Regie: Bernhard Jugel

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Valeri ScherstjanoiSprecher

"a" schwebt im Mittelpunkt des Raumes: halb, lang, kurz, manchmal mit Knacklaut, berührt von den Spiranten "s" und "z": die Transmentalitat des Ich. In der Umgebung - "cha": lächelt, lacht, explodiert, verwandelt sich in "cho", reißt sich aus dem Lautwirbel heraus und verschwindet im endlosen Über-All. "Polyphonia" nimmt den Begriff der "Mehrstimmigkeit" wörtlich: die Stimme des Autors erkundet auf 16 Tonbandspuren die Möglichkeiten der menschlichen Sprechwerkzeuge. Ausgehend von den 31 (gesprochenen) Buchstaben des russischen Alphabets und ihren symbolischen und allegorischen Bedeutungen entsteht vor dem Ohr des staunenden Hörers ein akustisches Landschaftsbild, wobei Zunge, Mundraum, Stimmbänder und Mikrofon hier dem Pinsel, der Palette, den Farben und der Leinwand des Malers entsprechen. Und was ist auf dem Bild zu sehen? Die Konsonanten sind, gemäß der Theorie der Sternensprache von Velimir Chlebnikov in Bündeln verteilt, während die acht russischen Vokale einen quecksilbernen Reigen tanzen - doch am Ende lauert das "k" (wie "kojka", "koncina", russisch = Krankenbett, Tod).

Weitere Informationen
Valeri Scherstjanoi wu rde 1950 in Sagis (Kasachstan) geboren und lebt seit 1981 als Übersetzer, Autor (Scribentist) und Futurismusforscher in Ostberlin. "Polyphonia" ist sein erstes Hörspiel.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Bayerischer Rundfunk 1991
  • Erstsendung: 03.07.1991 | 17'10

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