Hörspiel
Autor/Autorin:
Reinhardt Jung
Pall Mall
Technische Realisierung: Helmuth Schick, Angelika Gebert
Regie: Christian Gebert
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Heidi Althenn Rosemarie Schimpf Dennis Bangel Reinhardt Jung Richard Jung Klaus Kutt Ralph Linkmann Erhard Mank
22 Jahre alt ist Erna, als die Amerikaner ihr hessisches Heimatdorf befreien und besetzen. Ihr Mann Ernst ist seit 1943 an der russischen Front bei Stalingrad vermißt. Der Kampf um den Lebensunterhalt für sie, ihren Schwiegervater und ihren kleinen Sohn Manfred ist noch weit entfernt vom späteren "Wirtschaftswunder", das in dieser ländlichen Region ohnehin mehr ein Gerücht bleiben wird. Die Arbeit beim amerikanischen Militär, von der zunächst auch ihre Nachbarn profitieren, führt in der dörflichen Enge der fünfziger Jahre zu Neid, Verleumdungen und Aggressionen, von denen auch ihr mittlerweile 11jähriger Sohn nicht verschont bleibt. Seitdem ist das Leben Manfreds von den traumatischen Erlebnissen seiner Kindheit bestimmt, die ihn in einer Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt, mehr und mehr isolieren, bis er, schon in unseren Tagen, an der Verzweiflung zerbricht. bekannt geworden vor allem durch seine Buchpublikationen zur Situation der Kinder in Lateinamerika, hat mit diesem Hörspiel ein Stück Nachkriegsgeschichte seines hessischen Heimatdorfs geschrieben. Ohne Schlüsselroman zu sein, erzählt die Geschichte von authentischen Verhältnissen und Ereignissen. Um bei der Produktion dieser Authentizität so nahe wie möglich zu kommen, wurde das Hörspiel im Geburtsort des Autors mit Laiendarstellern im originalen Dialekt realisiert.

Produktions- und Sendedaten
- Hessischer Rundfunk 1990
- Erstsendung: 11.03.1991 | 47'12