Originalhörspiel, Monolog

Autor/Autorin: Martin Burckhardt

Frenkel

Komposition: Johannes Schmoelling

Regie: Martin Burckhardt, Johannes Schmoelling

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Greger Hansen

    Musik: Friedrich Karl Proteus (Klarinette), Johannes Schmoelling (Klavier), Moto Akai, Tobias Jellinghaus, Corinna Steinberg, John Eventide
    Klanggestaltung: Johannes Schmoelling

    Ensemble Musik: Fauxmonnayeurs-Quartett

Übersinnliche Kräfte konnten den Güterzug nicht stoppen. MOSKAU, 2. Oktober (AP). Es hatte der letzte, große Beweis der unglaublichen Fähigkeit des Sowjetbürgers E. Frenkel sein sollen, rollende Materie mit schierer Geisteskraft zum Stehen zu bringen. "Zuerst hielt ich ein Fahrrad an, Autos und dann eine Straßenbahn", schrieb Frenkel in sein Tagebuch. Und wie die sowjetische Zeitung "Sowjetskaja Rossija" am Sonntag meldete: "Jetzt werde ich einen Eisenbahnzug anhalten." Für die sowjetischen Behörden ging es der Zeitung zufolge erst einmal darum, zu klären, warum ein weißgekleideter Mann einen Bahndamm entlanggelaufen, sich beim Herannahen eines Güterzugs zwischen die Schienen gestellt hatte und dort mit erhobenen Armen stehengeblieben war. In einem Aktenkoffer neben der Leiche fand sich laut "Sowjetskaja Rossija" das Tagebuch und damit die Erklärung für das Verhalten Frenkels. "Nur in einer wirklich außergewöhnlichen Lage mit unmittelbarer Bedrohung werde ich alle Reserven mobilisieren können", steht in Frenkels Tagebuch. Er hatte der Zeitung zufolge die Überzeugung gewonnen, das Geheimnis der Psychokinese, worunter weitgehend ratlose Parapsychologen das Bewegen von Gegenständen ohne handfeste Greifwerkzeuge verstehen, entdeckt und nutzbar gemacht zu haben. "Es war eine Tragödie", schrieb "Sowjetskaja Rossija": "Die Notbremse half nicht mehr."

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Rietstudio
  • Erstsendung: 05.03.1991 | 57'46

Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen zu diesem Eintrag?

Infos zum Hörangebot/FAQ