Hörspielbearbeitung

Reihentitel: Nordspuren

Autor/Autorin: N. N.

Der Baum des Haders (1. Teil: Gunnar, der schwer Erzürnbare)

Vorlage: Saga vom weisen Njál (isländisch)
Übersetzung: Helga Pfetsch, Magnus Magnusson, Herman Palsson
Bearbeitung (Wort): David Wade
Komposition: Stan Regal
Technische Realisierung: Theresia Singer, Elke Tratnik
Regieassistenz: Thomas Werner

Regie: Klaus Mehrländer

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Christian Brückner
    Uwe Friedrichsen
    Aljoscha Sebald
    Fritz Bachschmidt
    Rolf Becker
    Monika Herwig
    Herbert Stass
    Alexander Leuschen
    Werner Brehm
    Walter Renneisen
    Detlev Redinger
    Friedhelm Ptok
    Tilly Lauenstein
    Reinhart Firchow
    Hartmut Stanke
    Matthias Haase
    Barbara Nüsse
    Thomas Biehl
    Matthias Brambeer
    Jürg Löw
    Werner Eichhorn
    Torsten Voges
    Maria Mittler
    Alicia Fasser
    Anne Wehner
    Michael Prelle
    Michael Hucke
    Jochen Komenda
    Ernst August Schepmann
    Volker Niederfahrenhorst
    Lothar Ostermann
    Klaus Zmorek
    Folkert Milster
    Werner Wölbern

In kaum einem anderen Land ist die Faszination des geschriebenen Wortes so groß wie auf Island. Zeugnis davon legen vor allem die im Mittelalter auf der Insel entstandenen Sagas ab, umfang- und personenreiche Familiengeschichten, die zur Zeit der Christianisierung im 10. und 11. Jahrhundert spielen, zum Teil also unmittelbar nach der "Landnahme", der Besiedlung. Von vielen herausragenden zeitgenössischen Dichtern sind sie als hypermoderne Literatur gepriesen worden, die ihnen als Vorläufer, ja als Vorbild des modernen Romans gelten. Für die Isländer sind die Sagas bis auf den heutigen Tag mehr als Literatur, sie sind, fast einer religiösen Wirkung gleich, eine Art zeitloser Kraftquelle, aus der sich Stärke und Hoffnung schöpfen ließen im jahrhundertelangen Existenzkampf dieses ersten "demokratischen" Landes in Europa. "Die Geschichte vom weisen Njál", so der Titel einer deutschsprachigen Übersetzung, gilt unter den vielen isländischen Familien-Sagas als die literarisch reifeste. Im Original "Njálssaga", kurz "Njála"oder auch nach dem Hauptereignis des Mordbrandes "Brennu-Njáls-Saga" genannt, enthält sie die durchgängigen Motive der Saga-Literatur: das harte Ringen um Besitz, die daraus resultierenden Kämpfe, gerichtlichen Auseinandersetzungen, Erschlagungen und Blutrachen. Der Existenzkampf gerät zu einem unaufhaltsamen Kreislauf der Gewalt, in den alle hinein gerissen werden, ein Kreislauf, der sich aus sich selbst erneuert - selbst gegen den Willen der Hauptakteure. Diese sind Njál und Gunnar, der eine Richter des Allthing, der die blutigen Fehden durch weise Rechtssprüche zu beenden sucht, der andere, sein bester Partner bei diesem Versuch, ein kühner Kämpfer und einer der besonnensten Männer seines Landes. Doch der Friedenswille dieser beiden Männer kann das von Njál vorhergesehene Unheil nicht abwenden: Auch wenn der "Baum des Haders" welkt, ein einziges Samenkorn genügt, ihn erneut zum Sprießen zu bringen.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1991
  • Erstsendung: 06.06.1991 | 97'24

Veröffentlichungen

  • CD-Edition: Der HörVerlag 2011

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