Hörspiel
Autor/Autorin:
Christiane Müller
Stalingrad
Toncollage nach Aussagen zweier ehemaligen Wehrmachtsangehöriger
Technische Realisierung: Hartmut Hase, Georg Morawietz
Regie: Christiane Müller
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Sewan Latchinian Sprecher
Im Tonstudio der Akademie der Künste der DDR entstand dieses erste Hörspiel der 1955 geborenen DEFA-Dokumentarfilm-Dramaturgin Christiane Müller als freie Autorenproduktion. Eine Toncollage, die ihr Material aus dreierlei Quellen bezieht: aus historischen Dokumenten, heutigen Interviews und einem Artefakt. Das mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnete Hörstück von Heiner Goebbels nach Heiner Müllers Parabel "Die Befreiung des Prometheus" (Prod.: HR/SWF 1985) bildet in beziehungsreich einmontierten Fragmenten den Interpretations-Zusammenhang einer zeitgeschichtlichen Recherche. Dort wie hier geht es um die "politischen Perspektiven der Arbeit am Mythos" (Heiner Goebbels), - hier speziell um den bis heute nachwirkenden Mythos, den die NS-Kriegspropaganda 1942/43 aus der unleugbaren Niederlage der Wehrmacht in der Schlacht um Stalingrad gemacht hat, in der eine ganze Armee aufgegeben wurde. Interviews mit zwei DDR-Bürgern, Überlebenden der Kesselschlacht, bezeugen die mörderische Kriegswirklichkeit. Tondokumente aus Durchhalte-Reden von Hitler und Goering, OKW-Dokumente und Tagesparolen des Reichspressechefs erhellen das Funktionieren des Propaganda-Apparates, mit dem das Volk indoktriniert und in Schach gehalten wurde. Goehring: "Kommst du nach Deutschland, so berichte, Du habest uns in Stalingrad liegen sehen, wie das Gesetz, das heißt das Gesetz der Sicherheit und des Volkes es befohlen hat."

Produktions- und Sendedaten
- Christiane Müller 1988
- Erstsendung: 06.07.1989 | 59'40