Originaltonhörspiel

Autor/Autorin: Ronald Steckel

Es muß etwas Neues geschaffen werden ...

Akustische Marginalien zur Gründung der beiden deutschen Staaten

Technische Realisierung: Alfons Steffens, Iris König
Regieassistenz: Annette Jainski

Regie: Ronald Steckel

Es war die Zeit von "Trizonesien" und der "Ostzone", die Zeit der Blockade, des parlamentarischen Rates in Bonn und der provisorischen Volkskammer in Ost­Berlin, die Zeit der deutschen Staatsgründungen, vollzogen mit westlicher Wirtschaftshilfe und "unter sowjetischen Gewehrläufen". Es war vor allem die Zeit der großen Reden. Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Franz Neumann, Theodor Heuss, Ernst Reuter, Konrad Adenauer, Kurt Schumacher, Carlo Schmidt, Otto Grotewohl - sie alle versuchten, den "schwierigen Weg zur Demokratie" aus der Sicht ihrer jeweiligen Weltanschauungen heraus zu lenken, zu fördern, zu ebnen. Beide Staatsgründungen erfolgten mit dem Anspruch, "die Gesamtheit des deutschen Volkes zu vertreten", und jeder der beiden deutschen Staaten betrachtete sich als "die Basis für die kommende Wiedervereinigung". Ronald Steckel montierte Dokumente aus dieser Gründerzeit zu einer akustischen Revue - einer akustischen Landschaft, aus der sich ablesen läßt, wie leidenschaftlich "die kommende nationale Einheit unseres Volkes" von den Politikern verschiedenster Parteizugehörigkeit beschworen wurde - und mit welcher Geschwindigkeit die Sowjetunion, eben noch alliierte Siegermacht, über Hitler-Deutschland, in den Augen westlicher Politiker zur "bösen Gewalt", zur "Macht der Finsternis " wurde.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Sender Freies Berlin 1989
  • Erstsendung: 06.11.1990 | 61'25

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