Hörspielbearbeitung, Kriminalhörspiel
Autor/Autorin:
Friedrich Glauser
Der Chinese
Vorlage: Der Chinese (Roman)
Bearbeitung (Wort): Markus Michel
Technische Realisierung: Jack Jakob, Kathrin Binetti
Regie: Martin Bopp
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Peter Brogle Erzähler Heinz Bühlmann Studer Willy Buser Dr. Buff Walter Hess Statthalter Ochsenbein Denise Schütz Huldi Erwin Kohlund Brönnimann Dominque Rust Ludwig René Besson Wärter Walo Lüönd Hungerlott Peter Freiburghaus Münch Fritz Zaugg Ernst Aebi u.a.
Wie die vier anderen Romane um den Berner Fahnderwachtmeister Studer gehört "Der Chinese" (1936-38) zu den deutschsprachigen Pionierleistungen einer realistischen Kriminalliteratur. Während Friedrich Glauser den Roman schrieb, formulierte er sein Gegenprogramm zum herkömmlichen Detektivroman: "Vermenschlichen! Die Bahnhofsautomaten zu Menschen machen. Und vor allem die Denkmaschine, den Schlaumeier mit der Blümchenlösung im Knopfloch nicht mehr idealisieren.Warum entschließt er sich nicht, Kontakt mit seinen Mitmenschen zu suchen, die Atmosphäre zu erleben, in der die Leute leben, die ihn beschäftigen?" Der versierte Kriminalist Studer, der einst wegen unliebsamer Aufdeckungen in einer Bank-Affäre zum Wachtmeister degradiert wurde, hält es merklich mit denen, die in der eidgenössischen Ordnung der Dinge im Schatten stehen. "Milieu Armenanstalt, Gartenbauschule und eine kleine Wirtschaft, Bauernwirtschaft", notiert Glauser 1936 über seine "Geschichte der drei Atmosphären", in der Studer der offenen Armut und den verdeckten Wegen der Bereicherung in einem Dorf seines Kantons begegnet. Die Aufdeckung der familiären Intrige einer Autoritätsperson schafft Studer erneuten Einblick in das verwaltete Elend der Strafentlassenen, der Entmündigten und der unversorgten Landbevölkerung. Verhältnisse, denen der Vorsteher der Armenanstalt mit seiner Theorie von "Pauperismus als Schicksal" begegnet.

Produktions- und Sendedaten
- Südwestfunk / Schweizer Radio DRS 1989
- Erstsendung: 04.02.1990 | 59'50