Feature
Autor/Autorin:
Elisabeth Weber
Die Befreiung der Poesie im Radio - Ilse Aichingers Hörspiele
Technische Realisierung: Franz Wagner, Regine Schneider
Regie: Johannes Hertel
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Eva Garg Christel Koerner Marianne Mosa
Ilse Aichinger darf man nach dem Tode ihres Ehemannes Günter Eich (1972) als wichtigste lebende und weiterhin schreibende Vertreterin des poetischen Nachkriegs-Hörspiels bezeichnen. Ohne Abhängigkeit von literarischen Vorbildern hat sie seit ihrem Hörspiel-Debut im Jahre 1953 für das Radio eine höchst eigenständige poetische Sprache entwickelt. Die Konventionen einer handlungsbetonten Funkdramatik hat sie bereits mit ihren ersten Arbeiten beiseite gerückt und der Phantasie des Hörers einen neuen Raum gegeben. Stimmen, sprachliche Bilder und Partikel von Erzähltem entfalten ein Eigenleben von atmosphärischer Dichte und entwickeln einen Sog, der dem einer 'spannenden Handlung' nicht nachstehen muß. Ilse Aichingers Hörspiele zählen zu den Programmklassikern des deutschsprachigen Rundfunks.

Produktions- und Sendedaten
- Südwestfunk 1986
- Erstsendung: 01.11.1986 | SWF2 | 148'40