Hörspiel
Autor/Autorin:
Richard Farber
Ein Exil
übersetzt aus dem Englischen
Übersetzung: Karin Graf
Technische Realisierung: Friedrich-Wilhelm Häfner, Werner Jäger
Regieassistenz: Thomas Werner
Regie: Richard Farber
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion William Mockridge Erzähler Johanna Bassermann Esther Mohammed Saleh Achmed Mann Lea Hadar Stimmen Menahe Cohen Revital Amid
Ein Erzähler, identisch mit dem israelischen Autor Richard Farber, der selbst als junger Mann von Amerika nach Israel gegangen ist, stellt an psychologisch gestalteten Schicksalsbildern die innere und äußere Situation von Menschen im Exil dar. Leitfigur ist die alte Tante Esther, 1898 in Köln in einer deutsch-jüdischen Familie geboren. Jetzt liegt sie in einem geriatrischen Hospital in Ra'anana, etwa dreißig Kilometer nordöstlich von Tel Aviv; sterbend erkennt sie ihre Heimatlosigkeit im Gelobten Land, in dem sie nie richtig Wurzeln hat schlagen können trotz der Vertreibung aus dem Deutschland der Nazis. Ihr gegenüber stellt der Autor das literarisch imaginierte Schicksal eines Flüchtlings aus der arabischen Welt, der versucht in Nordeuropa eine neue Heimat zu finden. Doch auch für ihn bedeutet das Exil nicht nur eine andere Sprache, eine andere Umgebung, die Desorientierung findet vor allem in den Selbstverständlichkeiten des Lebens statt, das Fremde liegt buchstäblich in der Luft, die man einatmet. In einer knappen, poetischen Sprache gelingt es dem Autor, ein Bild vom Exil zu zeichnen, in dem bei allen nationalen und religiösen Bindungen doch Ziellosigkeit und innere Verlorenheit der Betroffenen dominieren. Ausgehend von der Figur des "ewigen Juden" wird das Hörspiel zum Appell für eine friedliche Verständigung zwischen allen Völkern, die das Exil überflüssig macht. Der Schriftsteller, Komponist und Regisseur Richard Farber, 1945 in Washington geboren, ist 1965 nach Israel eingewandert. Er studierte Musikwissenschaften und Komposition und lebt in Ramat Aviv. Von seinen Hörspielen wurden in Deutschland u. a. gesendet "Die Tore Jerusalems" und "Lauter liebe Worte".

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk / Radio Bremen 1986
- Erstsendung: 04.05.1986 | WDR 3 | 17:00 Uhr | 54'16