Mundarthörspiel
Autor/Autorin:
Ludwig Soumagne
Lebendig bejrave?
Technische Realisierung: Dieter Stratmann, Renate Klein
Regieassistenz: Thomas Werner
Regie: Manfred Brückner
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Annemarie Schlaebitz Sie Ludwig Thiesen Er Peter Seuser Joachim Walter John Vellage Stimmen
Ein Ehepaar, das im Viertel ein Geschäft betreibt, redet über den plötzlichen Tod seines Gehilfen, der ihnen nicht nur deshalb eine unersetzliche Arbeitskraft gewesen zu sein scheint, weil er immer da war, wenn man ihn brauchte, sondern weil man ihn auch offenbar gründlich ausnutzen und ihm den gerechten Lohn vorenthalten konnte: "Mer han en emmer en däm Glaube jeloße, dat Ärmsin keine Schand es." Sein Ableben kommt dem Mann und der Frau äußerst ungelegen. Er fürchtet um seine Reputation als Stadtrat, sie befürchtet Kunden zu verlieren. Sie denken sogar darüber nach, ob sie es sich leisten können, am Beerdigungstag den Laden zu schließen, die Kundschaft dem Supermarkt zu überlassen und so dafür zu sorgen, "dat de Riche immer richer wäde". Schließlich feilschen sie sogar um das spärliche Erbe des Toten, das hauptsächlich "us kloge Bocher un Bibele" besteht. Dieser unbequeme Tote steht zwischen den beiden, er lebt und verunsichert ihre Krämerseelen, in denen zum Ende des Stückes eine heilsame Wandlung vorgeht: In ihrer beschränkten Art denken sie über den eigenen Tod und ihr brachliegendes Leben nach, das erst sinnvoll werden kann, wenn sie umkehren und die Botschaft jenes Mannes annehmen, der im Alter von dreiunddreißig Jahren gestorben ist.
Weitere Informationen
Ludwig Soumagne, von Beruf Bäckermeister, schreibt in der südniederfränkischen [sic!] Mundart seines Heimatdorfes Norf, wo er 1927 geboren wurde. Neben Sendungen über seine Lyrik ("Sargnääl möt Köpp" und "Möt angere Wöert") brachte der WDR seine Hörspiele "Dä Angere", "Et roch su no Äppel un Nöß" und "Net jrad e Kengerspell". Neben vielen Ehrungen für sein literarisches Schaffen erhielt Soumagne in diesem Jahr den Benedikt-Preis der Stadt Mönchengladbach.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1986
- Erstsendung: 17.11.1986 | 44'55