Hörspiel

Autor/Autorin: Martin Burckhardt, Johannes Schmoelling

Metamorphose der Stille

Komposition: Johannes Schmoelling

Regie: Martin Burckhardt, Johannes Schmoelling

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Hans MadinSprecher
    Nick ForsbergKind
    Alexis RichterKind

    Musik: Anne Haenen (Mezzosopran), Johannes Schmoelling (Klangdesign)

Ein alter Mann, der über das Unaussprechliche räsonniert. Darüber, daß es nichts mehr zu sagen gibt. Daß der Grund aller Rede nur die Angst vor der Sprachlosigkeit ist, der Versuch, jenem Schwindelgefühl, das sich unweigerlich beim Sprechen einstellt, zu entkommen. Daß also jegliches Reden nur ein Sich-Herausreden ist, ein bloßes Sich-im-Kreise-Drehen. Und doch, obwohl dieser Monolog eine Art Abgesang ist, ist er frei von der bleiernen Schwere, der Melancholie des Alterslamentos. Aus sich heraustretend, führt die Rede des Alten nicht ins Verstummen, sondern dorthin, wo der Kreis sich schließt. Wo Anfang und Ende zusammenfallen, wo Sprache, zu Klang verwandelt, ihrem Urzustand sich annähert, ebenso wie ihrer Überwindung: der Musik. Wo das Gebrabbel eines Säuglings sich mit der äußersten Künstlichkeit, den Koloraturen einer Opernsängerin mischt. Und so ist "Metamorphose der Stille" nicht allein eine Versenkung in das Kopfinnere eines Alten, sondern auch das Gegenteil: eine Entgrenzung, eine Reise in die Welt der neuen und unerhörten Klänge.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Martin Burckhardt / Johannes Schmoelling
  • Erstsendung: 11.07.1987 | 57'15

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