Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Heinz von Cramer
Nachtstück mit Toten
Ein Stimmengewirr in Friedhofsszenerie
Komposition: Heinz von Cramer
Technische Realisierung: Martha Seeberger, Birgit Vollmer
Regieassistenz: Patrick Weber, Christoph Müller
Regie: Heinz von Cramer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Matthias Haase Junger Mann Horst Bollmann Alter Mann Tillmann Braun 1. Halunke Jürg Löw 2. Halunke Wolf-Dietrich Sprenger Lehrer Traugott Buhre Stadtverordneter Hans Diehl Allen Ginsberg Margrit Carls Frauenstimme Christine Heiß Frauenstimme Marianne Lochert Frauenstimme Peter Lieck Männerstimme Walter Renneisen Männerstimme Moritz Stoepel Männerstimme Charles Wirths Männerstimme
"'Spoon River Anthology' von Lee Masters ist für mich eins der Schlüsselwerke der amerikanischen Literatur; die Auswirkung dieser Sammlung fiktiver Grabinschriften in freier Versform, in denen sich die einzelnen Schicksale der Toten derart miteinander verknüpfen, daß schließlich das Bild einer gesamten Kleinstadt entsteht, reicht bis zu Thornton Wilders 'Unsere kleine Stadt' und zu Dylan Thomas' 'Unter dem Milchwald'. Mich hat das immer sehr fasziniert, und so habe ich versucht, Teile dieser Dichtung in den Mittelpunkt einer größeren literarischen Komposition zu stellen. Auf dem imaginären Friedhof von Spoon River spielen sich im Verlaufe einer Nacht mehrere Geschichten ab. Einmal ist es die Begegnung zwischen einem jungen und einem alten Mann, die einem Roman von Herman Melville entstammt. Dann eine Leichenräuber-Episode nach Robert Louis Stevenson - und schließlich eine Gruselgeschichte von Ambrose Bierce. Eingeleitet wird das Ganze durch Gedanken von Mark Twain und Laurence Sterne, den Abschluß der Collage bilden Texte von Alan Ginsberg, um das 'Nachtstück mit Toten' gleichsam aus der Vergangenheit in unsere Zeit herüberzuholen." (Heinz von Cramer).
Weitere Informationen
Heinz von Cramer, geb. 1924 in Stettin, lebt seit 1952 in Italien. Als Autor, Regisseur und Komponist ist er einer der Wegbereiter der modernen radiophonen Kunst. Zahlreiche von ihm inszenierte Hörspiele wurden mit wichtigen nationalen und internationalen Medienpreisen ausgezeichnet.

Produktions- und Sendedaten
- Hessischer Rundfunk 1995
- Erstsendung: 17.01.1996 | 88'50