Originalhörspiel, Dokumentarhörspiel

Autor/Autorin: Michail Krausnick

Eine ganz raffinierte Person (Der Fall Maria K.)

Dokumentarisches Hörspiel nach den Akten des Sondergerichts Mannheim

Technische Realisierung: Ilse Sieweke, Werner Jäger
Regieassistenz: Thomas Leutzbach

Regie: Frank Hübner

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Werner WölbernER
    Barbara BlümelSIE
    Susanne-Marie WrageMaria Klein
    Matthias PonnierMax Regelin
    Walter SpiskeHerbert Grötz
    Jürg LöwAnwalt
    Claus Dieter ClausnitzerOberstaatsanwalt
    Jürgen UterRichter/Amtsrichter
    Heinz OstermannGefängnisdirektor
    Anna Magdalena FitziElse Denkwerth
    Franziska GrasshoffJohanna Fritz
    Eva RittelJohanna Schlegel
    Helga UthmannFranziska Trautwein
    Erwin BrunnChristof Eisele
    Thomas LangGendarm Baur/Gefängnisarzt
    Felicitas WolffKäthe Eirich

Außerordentlich schön und beliebt bei ihren Kollegen ist die fünfundzwanzigjährige Maria K., die während der NS-Zeit als Postfacharbeiterin in Karlsruhe lebt. Keiner weiß, daß sie "Zigeunerin" ist. Nachdem ihre Eltern und Geschwister von Max Regelin, dem "Zigeunerkommissar" der Kriminalpolizei Karlsruhe, ins Konzentrationslager "überstellt" worden sind, setzt sich Maria couragiert zur Wehr. Ohne Erfolg. Aus "rassischen Gründen" wird sie nun selbst aus dem "Reichsdienst" entlassen. Die Nachricht vom Tod ihrer Eltern im KZ verleitet sie zu einer unbedachten Äußerung gegen den Kripoleutnant Regelin, die zu einer gerichtlichen Verurteilung wegen sogenannter "Heimtücke" führt. Der Hochschwangeren gewährt der Staatsanwalt eine vorübergehende Aussetzung der Strafverbüßung. Doch der in Baden für die Deportation der Roma und Sinti zuständige "Zigeunerkommissar" läßt nicht locker, bis er auch seine Widersacherin in das Vernichtungslager von Auschwitz geschickt hat. Das vorliegende Dokumentarstück beruht auf einem authentischen Fall, den der Autor in den Akten des NS-Sondergerichts Mannheim entdeckt hat. Sie wurden fünfzig Jahre unter Verschluß gehalten. Über das Schicksal der Maria K. hinaus dokumentiert das Hörspiel die Mitwirkung von Denunzianten, Mitläufern und Schreibtischtätern an der Vernichtung von mehr als 500 000 Sinti und Roma.

Weitere Informationen
Michail Krausnick wurde 1945 in Berlin geboren. Er studierte Literaturwissenschaftt und Soziologie und promovierte anschließend. Er lebt als freier Autor in Neckargmünd. Neben Arbeiten für Theater, Kabarett, Fernsehen und Hörfunk ist er als Jugendbuchautor bekannt. Er erhielt u.a. 1991 den Deutschen Jugendbuchpreis.

In der Hörspieldatenbank veröffentlichte Angaben zu Inhalten und Beteiligten stammen aus historischen Quellen. Deren Wortlaut kann heute als diskriminierend und verletzend empfunden werden.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1992
  • Erstsendung: 13.12.1992 | WDR 3 | 44'03

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