Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Friedrich Dürrenmatt
Stranitzky und der Nationalheld
Komposition: Siegfried Franz
Technische Realisierung: Wilhelm Hagelberg, Gerhard Lahan
Regieassistenz: Willy Lamster
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Hans Lietzau Ansager Hermann Kner Innenminister Richard Münch Stranitzky Josef Sieber Anton Kurt Klopsch Der Betrunkene Josef Dahmen Herr Korbmacher Inge Meysel Die Marie Marga Maasberg Frau Korbmacher Hans Harloff Zeitungsausrufer Adolf Lödel Ein Knabe Rudolf Fenner Der Polizist Wolfgang Wahl Whiteblack Helmut Peine Chefredakteur Erwin Linder Nationalheld Erich Weiher Fleischer Ilse Rehbein Fräulein Luise Adalbert Kriwat Herr mit Vollbart Imme Froh Frauenstimme im Radio Karl Kramer Landwirt
Das ist die Geschichte von dem gefeierten Nationalheld, der sein Leben beinahe dem Staat aufgeopfert hat und nun das Staatsvolk in Besorgnis und Trauer versetzt, weil er an der großen Zehe ernstlich erkrankt ist, und die Geschichte von dem vergessenen Invaliden Stranitzki, dem der Krieg beide Beine genommen hat und der nun mit seinem blinden Begleiter in einer elenden Kammer haust. Stranitzki läßt sich von der Idee verführen, dem Staat müsse jedes Opfer gleich wert sein, seines also und das des Nationalhelden; die gelitten haben, sollten gemeinsam regieren und die Macht im Staat übernehmen. Der Nationalheld erweist sich bald als Popanz und lehnt eine Gemeinschaft der Helden, überhaupt jede Spur Gemeinsamkeit, entschieden ab. Die Moral von der Geschichte, einer Satire gegen den Heldenkult, ist unschwer zu erraten: billiger und blecherner Illusionen wegen vergessen die Menschen ihre Schuldigkeit.

Produktions- und Sendedaten
- Nordwestdeutscher Rundfunk 1952
- Erstsendung: 06.11.1952 | 62'54