Originalhörspiel

Reihentitel: Schrecken der Vernunft

Autor/Autorin: Christine Wunnicke

Von der sphärischen Trigonometrie - Die letzte Reise des Grafen Potocki

Technische Realisierung: Rolf Knapp, Ulrike Koch
Regieassistenz: Günter Maurer

Regie: Walter Adler

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Tatjana ClasingEmina und Heloise
    Katharina PalmCamilla und Céline
    Michael KönigJan Potocki
    Rosemarie GerstenbergMadame Helvetius
    Rufus BeckMonsieur Volney
    Christoph BantzerDon Belial
    Hans-Peter HallwachsMonsieur Blanchard

Jan Graf Potocki, Begründer der slawischen Archäologie, Geograph und Geometer, Dramatiker, Jakobiner, Piratenjäger und Luftschiffer, erforschte die Wurzeln der turcotatischen Mundarten, die Geheimsprachen der tscherkessischen Priester, erfand eine Geldprägemaschine, eine neue Methode der hebräisch-syrischen Synopsis. Nebenbei einen Roman: "Die Handschrift von Saragossa". Der Sechsundfünfzigjährige verbringt den 20. November 1815 auf seinem Besitztum Uladowka in Podolien. Die Zwillingsschwestern Emina und Camilla, zur Konversation abgestellt, haben es mit einem störrisch-melancholischen Mann zu tun, der sein Ende kommen sieht, aber noch am selbigen Tag "die höhere Geometrie" beginnen will. Der Geometrie verpflichtet ist auch die seltsame Tätigkeit Potockis: er feilt am Knopf eines Samowars. Die Kugel ist ihm Zeichen der Progression des Verfalls: vom Sinussatz zur Arcustangenkurve. Rückblickend tauchen alte Begegnungen auf aus den Zeiten seiner internationalen Reputation, Erinnerungen an verstiegene Unternehmungen aus dem Geist vernunftfroher Tüftelei. Am Ende ist der Knopf vom Samowar abgebrochen und so klein gefeilt, daß er in den Lauf eines Revolvers paßt.

Weitere Informationen
Christine Wunnicke, geboren 1966 in München, ging dort zur Schule. Von 1985-91 studierte sie Linguistik, Mittelhochdeutsch und Psychologie in Berlin. Seit 1991 ist sie Sachgebietsleiterin in der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft in München.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Süddeutscher Rundfunk 1993
  • Erstsendung: 31.05.1993 | 38'28

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