Monolog, Hörspielbearbeitung
Autor/Autorin:
Gaius Petronius Arbiter
Satyricon
Vorlage: Satyricon (Roman-Fragment, lateinisch)
Bearbeitung (Wort): Greger Hansen
Technische Realisierung: Herbert Schlüter, Doris Peter
Regie: Greger Hansen, Barbara Gerland
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Greger Hansen
"Satyricon" - das ist der Titel eines Roman-Fragments, das Petronius Arbiter zugeschrieben wird, einem Höfling des römischen Kaisers Nero, der die Funktion des "elegantiae arbiter" innehatte, eines "Schiedsrichters in Fragen des Stils und des guten Geschmacks". Er fiel in Ungnade und wurde gezwungen, Selbstmord zu begehen. Dazu gab er ein Gastmahl unter Freunden, ließ sich die Pulsadern öffnen und wieder verbinden, um so, den Tod genußreich hinauszögernd, seine letzten Stunden essend, trinkend, plaudernd und heitere Verse dichtend zu verbringen. Von genau dieser heiter-ironischen Gelassenheit ist der "Schelmenroman" Satyricon. Hauptfigur und Erzähler ist Enkolpios, ein mittelloser Rhetorikstudent, der sich mit seinem Liebhaber, dem schönen Knaben Giton, durch die unteritalienische Provinz schnorrt und von einem Abenteuer ins andere stolpert. Dabei ist die Schönheit Gitons immer wieder Anlaß zu erotischen Komplikationen. Der verkommene Askyltos, der "auf Gutschein zu haben war, als er noch jung war", der verarmte Dichter Eumolpos, den die Leute mit Steinen bewerfen, wenn er seine Gedichte rezitiert, und die sinnliche Tryphaena, die sich wegen ihrer Unsittlichkeit in die Verbannung nach Tarent begeben muß - alle streiten zu Enkolpios' Ärger um Gitons Gunst. Bis Enkolpios auf Circe trifft, "eine Frau, schöner und vollkommener als alles was die Kunst jemals geschaffen hat", doch in ihren Armen erwartet ihn statt des ersehnten Liebesgenusses eine weitere Katastrophe: der Zorn des Priapos.

Produktions- und Sendedaten
- Sender Freies Berlin 1992
- Erstsendung: 13.04.1993 | 76'20