Ars acustica

Reihentitel: Studio Akustische Kunst
Reihentitel: Klanglandschaften/Soundscapes
Reihenuntertitel: Venus

Autor/Autorin: Sorrel Hays

Traum in ihrem Kopf

Komposition: Sorrel Hays
Technische Realisierung: Marlilyn Ries

Realisation: Sorrel Hays

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Kuang-Yu FongSprecherin, chinesisch
    Gungor MimarogluSprecherin, türkisch
    Wiltrud FischerSprecherin, deutsch
    Beatriz RomanSprecherin, portugiesisch
    Jenna WhiddenSprecherin, amerikanisch/britisch
    Betty VaughnSprecherin, afrikanisch-amerikanisch
    Lizette AmadoSprecherin, spanisch/englisch
    Jacqueline ChambordSprecherin, französisch
    Mojubaolu Olufunke OkomeSprecherin, Yoruba
    Dunja SepcicSprecherin, italienisch/kroatisch
    Valeria SobelSprecherin, russisch
    Mia WatanabeSprecherin, japanisch
    Sorrel HaysSprecherin, amerikanisch/Electronic Keyboard und Sampler
    Cathy CookGesang, Texte von Gertrude Stein
    Kathryn JohnsonGesang, Texte von Simone de Beauvoir und Bella Akhmadulina
    Melanie SonnenbergGesang, Texte von Hildegard von Bingen
    Carmen TancrediGesang, Texte von Rosalia de Castro
    Jennifer LopezGesang, Texte von Jai Smith und Emily Dickinson

Die in New York lebende Komponistin Sorrel Hays zu ihrem neuen Hörstück: "Meine Lieblingslandkarte ist die von pazifischen Inselbewohnern: sie besteht aus Zweigen und Ästen. Als ich von dem NASA-Projekt "Magellan" erfuhr, das eine Kartierung der Venus unter ausschließlicher Verwendung von Frauennamen vorsieht, begann ich von einem Gelände zu träumen, in dem Frauen in den Landschaften ihrer Phantasie wandern können. Ich gebe diesen planetarischen Ortschaften Namen wie: Ecstatic Plains of Hildegarde, Jessamyn-West-Back-Forty, Li-Ch'ing-chao-Canyon, Margarethe-von-Trotta-Wüste, Maria-Callas-Lava-Flow, Sorrel-Hays-Hollow, Anna Akhmatova-Portal, Fanny-Mendelssohn-Ebene, Lise-Meitner-Alps, Satikatin Shadows ... "Traum in ihrem Kopf" entwickelte sich im Laufe von ausführlichen Gesprächen mit dem Studio Akustische Kunst über das 'Inbesitznehmen' der Dinge durch ihre Benennung mit Wörtern. Sie entwickelte sich in hitzigen Debatten mit Jai Smith über die Kartierung der Venus und in der jahrelangen Lektüre dessen, was Frauen zu sagen haben über die Namen, die sie sich selbst geben und auch die Landschaften, die sie bewohnen, real oder in Traumwelten. Durch alle Texte im Englischen, Französischen, Spanischen, Russischen, Chinesischen, Japanischen und Portugiesischen, die ich für das Vokalorchester meiner Komposition ausgesucht habe, zieht sich wie ein roter Faden der Ausruf des Vergnügens und Verlangens, das diese Frauen gemeinsam dabei empfinden, die Landkarten ihres Bewußtseins zu definieren. Die wechselnde Farbe dieser Sprachen formt die Topographie meiner Venus-Ohrenlandkarte. Diese mehrsprachige Textcollage ist außerdem verbunden mit Listen von Frauennamen und Frauenwörtern aus zahlreichen Weltkulturen. Fünf Gesänge für Sopran und Kontra-Alt nach Texten von Dichterinnen stellen die Bindeglieder zwischen den sechs Teilen meines "venusianischen" Hörstücks dar. Die Musik ist gleichsam die Entfernungsmessung der Venus. Über das Emulator Sampling Keyboard führen die Signale von Traum zu Traum. Die Realisierung von "Dream In Her Mind" verdankt der Toningenieurin Marilyn Ries sehr viel. Ihr fachkundiger Umgang mit der digitalen Audiotechnik ermöglichte es mir, auf dem Computer-Bildschirm einige der Profile der Geografie jener Ohrenlandschaft zu sehen, die ich in meinen Träumen durchwanderte."

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1995
  • Erstsendung: 04.04.1995 | WDR 3 | 58'50

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