Hörstück
Autor/Autorin:
Titus Livius, William Faulkner, Heiner Müller
Roman Dogs
Hörstück in englischer Sprache nach Texten von Titus Livius, William Faulkner, Heiner Müller u.a. sowie unter Verwendung von Live-Mitschnitten des Musiktheaterstücks "Römische Hunde" von Michael Simon und Heiner Goebbels, Theater am Turm, Frankfurt am Main 1991
Vorlage: Römische Hunde (Musiktheater), Sanctuary (Novelle, englisch), Der Horatier, Ab urbe condita (latein), L' Horac (französisch), Rienzi (Oper), Orazi e Curiazi (Oper), Benvenuto Cellini (Oper)
Bearbeitung (Wort): Heiner Goebbels
Komposition: Heiner Goebbels
Dramaturgie: Hans Burkhard Schlichting
Technische Realisierung: Regine Elbers, Regine Schneider, Roland Seiler, Heiner Goebbels, Willi Bopp
Regieassistenz: Stephan Buchberger
Regie: Heiner Goebbels
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Enzo Musso Paco Rosales Sonstige Mitwirkende Stephan Buchberger Musik: Catherine Jauniaux (Stimme), Jürgen Wagner (Tenor), Eric Gould (Rap), Gail Gilmore (Mezzosopran)
Das Lehrstück entstand als Gegenentwurf zu "Die Horatier und die Juratier" von Brecht, nicht als Widerlegung, sondern als dialektische Ergänzung. Rom und Alba tragen einen Streit untereinander aus, in dem stellvertretend für jedes Heer ein Mann kämpft, um so die Kampfkraft beider Heere vor der drohenden Auseinandersetzung mit den Etruskern nicht zu schwächen. Im Zweikampf stehen sich ein Kuratier für Alba und ein Horatier für Rom gegenüber. Der Horatier erschlägt den Kuratier, den Verlobten seiner Schwester. Da diese sich über den Sieg Roms nicht freut,
sondern um den Verlust des Verlobten weint, erschlägt er nach der Heimkehr auch sie. Die Römer ehren den Horatier zwar als Sieger, als Mörder aber richten sie ihn hin. Am Beispiel des Horatiers, dem eines Siegers und dem eines Mörders, werden Verdienst und Schuld in persönlichen und geschichtlichen Dimensionen erkennbar. (Pressetext)
Die Hörspielreihe mit Werken von Heiner Goebbels schließt mit der englischen Version seiner "Horatier"-Arbeit. Wie soll Rom mit einem Mann umgehen, der zugleich Sieger und Mörder ist? Die mit der Horatier-Sage überlieferte Frage nach der staatlich legitimierten und individuellen Gewalt wurde historisch vielfach aufgegriffen. Im Rap des Sängers Eric Gould verschmilzt der antike Bericht mit einer Mordgeschichte aus den Südstaaten der USA des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner.
(Pressetext der Wiederholungssendung)
Weitere Informationen
Es handelt sich um eine gekürzte, bearbeitete Fassung des Werkes "Der Horatier" von Heiner Goebbels. Die Bezeichnung "englisches Hörstück" bezieht sich auf die Sprache des Erzählers.

Produktions- und Sendedaten
- Südwestfunk / Hessischer Rundfunk / Westdeutscher Rundfunk 1994
- Erstsendung: 12.01.1995 | S2 Kultur | 21:00 Uhr | 28'58
Auszeichnungen
- Prix Italia 1996 Spezieller Preis für Fiktion
Rezensionen (Auswahl)
- Frank Kaspar: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 07.08.2001. S. 47.