Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Walter Gödden
Westfälische Poeterey
Ein barockes Szenario
Technische Realisierung: Daniel Velasco-Schwarzenberger, Jürgen Mönkediek
Regie: Georg Bühren
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Michael Nothelfer-Holm Baron Thomas Nunner Hanswurst Alexandra Loebe Mädchen Joachim Boldt Sprecher 1 Günther Rohkämper-Hegel Sprecher 2 Penny Sybille Michel Hexe Ansgar Schäfer Soldat Hannes Demming Bauer Christopher Krieg Dichter
Münster im Sommer 1995 - eine Stadt nimmt den 300. Geburtstag ihres Baumeisters Johann Conrad Schlaun (1695-1773) zum Anlaß, die Barockzeit zu feiern. Die westfälische Universitätsstadt verdankt Schlaun die Clemenskirche, den Erbdrostenhof und das Residenzschloß. Die klaren Schwünge der Backsteinarchitektur, der Glanz der üppigen Innenräume verstellen den Blick für die Lebenswirklichkeit in Westfalen nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Zeit ist voller Widersprüche: Während Kepler und Newton das Weltgebäude neu vermessen, Leibnitz und Descartes Mathematik und Philosophie revolutionieren, werden (nicht nur in Westfalen) Hexen verbrannt und leibeigene Bauern zu Frondiensten für kirchliche und weltliche Fürsten getrieben. Und die Dichtkunst, die Poeterey? Literarisches Barock in Szenen und Textfragmenten westfälischer Autoren: Ein Baron denkt darüber nach, warum sein Land in einem so schlechten Ruf steht und plant eine PR-Aktion; ein Dichter verwettet mehr als seine Ehre, als er mit einem Bauern um Sinn und Unsinn "gelahrter" Dichtkunst streitet; eine Matrone verzweifelt an den Sittlichkeitszwängen, die ihr die Tugendbücher auferlegen; der 'Jäger von Soest' entspringt dem "Simplizissimus" und präsentiert dem Volk seine Moritat vom Weltuntergang.
Weitere Informationen
Walter Gödden, geboren 1955, ist Redakteur der "Historisch-kritischen Droste-Ausgabe". 1991 erschien sein Buch "Die andere Annette". 1994 sendete der WDR sein erstes Hörspiel "Nachtwandlungen" über Annette von Droste-Hülshoff.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1995
- Erstsendung: 30.06.1995 | WDR 5 | 51'08