Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Martin Walser
Kantaten auf der Kellertreppe - die niemand hören will
Komposition: Otto Erich Schilling
Technische Realisierung: Charlotte Stender
Regie: Cläre Schimmel
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Willi Reichmann Res Fischer Käthe Beckmann Hildegard Gehri Renate Junker Max Mairich Rolf Schimpf Walter Thurau Musik: Willi Glas (Flöte), Ernst Flackus (Klarinette), Walter Schirra (Trompete), Ferry Jusa (Posaune), Richard Sohm (Schlagzeug), Karl Schad (Schlagzeug), Horst Neumann (Violine), Alfred Kretschmar (Kontrabass), Ellinor Junker-Giesen (Singstimme), Maria Mucke (Singstimme), Hetty Plümacher (Singstimme)
Ensemble Musik: Chor: Johanna Stolze-Fröhlich, Anni Hackel, Clytus Gottwald, Bruno Samland
Musikalische Leitung: Franz Zubal
Der Mann auf der Kellertreppe ist ein unangenehmer Mann, dem man den Mund stopfen möchte, daß er seine Kantaten nicht mehr weitersingen kann. Er ist unangenehm, weil er behauptet: die Menschen sind nicht zuerst gut oder böse, zuerst sind sie hörig - den großen Geräuschemachern. Er behauptet: wenn einer schon hörig sein muß, dann ist es besser, dem Nichts, der absoluten Stille hörig zu sein und zu warten. Sie läßt Sammlung zu, in ihr kann sich etwas finden, das das Nichts ablöst. Aber davon können wir nicht voreilig sprechen. Zuerst muß der Jahrmarkt zurückgewiesen werden. Das ist eine unangenehme Sache. Bilder fallen aus dem Rahmen, und man sieht zunächst nur die leere Wand. Aber die leere Wand ist besser als ein Götzenbild.

Produktions- und Sendedaten
- Süddeutscher Rundfunk 1953
- Erstsendung: 04.05.1953 | SDR1 | 37'34