Originalhörspiel, Originaltonhörspiel

Autor/Autorin: Jadwiga Stawny, Waclaw Stawny

Ur-Geräusch. Eine Reise

Technische Realisierung: Wolfgang Zülch, Katrin Witt
Regieassistenz: Jadwiga Stawny

Realisation: Waclaw Stawny

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Gerd Wameling
    Corinna Kirchhoff
    Originalton-Stimmen

Beim Anblick der Kronennaht in einem menschlichen Schädel fühlte sich Rainer Maria Rilke an ein Experiment erinnert, das der Lehrer im Unterricht anstellte. Dieser erzeugte mit Hilfe einer Membran, einer starken Borste und Kerzenwachs so etwas wie Schallplattenrillen. Und ähnlich sieht ja auch die Kronennaht aus. Wenn man ihr Töne entlockte, dann hätte man vielleicht ein - Ur-Geräusch. Diese Gedanken legte Rilke in einem Aufsatz nieder, den er 1919 in Soglio, einem kleinen Dorf in der italienischen Schweiz, schrieb. Jadwiga und Waclaw Stawny haben diesen Ort besucht und sich von der akustischen Landschaft gefangennehmen lassen. Wegen seiner relativen Abgeschiedenheit mag er noch so klingen wie zu Rilkes Zeiten: Die Kirchturmuhr, das Kastanienklopfen, die blökenden Schafe, die lärmenden Kinder. Ihrentwegen erbat sich Rilke übrigens das ruhige Bibliothekszimmer im jahrhundertealten Palazzo Salis, der heute noch fast unverändert erhalten ist. Hier schrieb er über das "Ur-Geräusch". Im Hörspielstudio wurde es nachgebildet.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Sender Freies Berlin 1997
  • Erstsendung: 06.05.1997 | 48'20

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