Originalhörspiel, Kurzhörspiel, Monolog
Autor/Autorin:
Esther Dischereit
Gertrud Conners
Fünf Kurzmonologe
Technische Realisierung: Werner Klein, Sabine Nikolaus
Regie: Heidrun Nass
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Irene Kleinschmidt Gertrud Connors
"Beim Kauf eines Telefons mußt du darauf achten, daß man den Hörer auch richtig aufknallen kann. Mir war dieses Problem gar nicht bewußt. Ich arbeite doch jetzt im Osten. Nein, das macht mir nichts. Ich kann das aushalten. Manchmal funktioniere ich richtig als Puffer zwischen den Ost- und Westleuten, wenn dann keiner mehr weiter weiß, warum sie sich wieder nicht verstanden haben, dann fragen sie mich. Ich bin sozusagen die einzige, die irgendwie gesamtdeutsch ist. Ist doch ein schöner Ausdruck - gesamtdeutsch." Wieder einmal naht der 3. Oktober, wieder einmal wird der Wille zur Einheit beschworen, daß "zusammenwachsen muß, was zusammengehört". Gertrud Conners ist eine Ost-Frau, die zwischen Ost und West pendelt. Ohne jede Larmoyanz oder gar moralisch erhobenen Zeigefinger erzählt sie lakonisch bis komisch vom alltäglichen Aufeinanderprall zweier grundverschiedener Welten, die sich ähnlicher kaum sein könnten.
Weitere Informationen
Esther Dischereit, geboren 1952 in Heppenheim/Bergstraße, arbeitete nach ihrem Studium in Frankfurt am Main als Schriftsetzerin. Heute lebt sie in Berlin. Letzte Veröffentlichung: "Als mir mein Golem öffnete" (1996). Hörspiele (alle SR): "Ich ziehe mir die Farben aus der Haut" (1992), "Rote Schuhe" (1993), "Der Scherenschleifer" (1997). 1995 Lehrtätigkeit an der Universität Potsdam. Seit 1996 Lyrik-Musik-Improvisationen mit der Gruppe "Tongedichte".

Produktions- und Sendedaten
- Saarländischer Rundfunk 1997
- Erstsendung: 29.09.1997 | 24'17