Originalhörspiel

Autor/Autorin: Arno Rude

Gelber Montag

Vier szenische Miniaturen eines Tages

Technische Realisierung: Evelyn Rühlemann, Holger Kliemchen

Regie: Jürgen Dluzniewski

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Susann ThiedeSie
    Wolf-Dieter LingkEr
    Daniel MinettiRalf
    Karin BoydNora
    Svenja BenekeMädchen
    Peter GroegerKronberg
    Michael WalkeMatthei
    Marie-Anne FliegelSekretärin
    Susanne BardFrau
    Dieter BellmannMann
    Benjamin BiermannJunge

Ein Quartett von vier szenischen Miniaturen, geknüpft an die Bewohner eines Mietshauses im Osten Berlins: Eine aus dem Westen zugezogene Punkerin, Sozialhilfefall, drei Kinder von drei verschiedenen Vätern, geht ihren Nachbarn um Geld oder was zu essen an. Der war früher Lehrer, ist nach Entlassung und Scheidung ins Hinterhaus gezogen, hockt in seinem Zimmer und spricht wochenlang mit niemandem. Ralf, ein auf der Strecke gebliebener Maler, trifft zufällig Nora, die Geliebte seines Busenfreundes Heinz, mit dem er zusammen studiert hat. Heinz hat sich vor vier Jahren umgebracht, vielleicht, weil die Aufmüpfigen von einst nicht mehr gefragt waren. War er, wie Ralf noch immer behauptet, der wirkliche Künstler? Jedenfalls, auch wenn Nora jetzt mit ihm schläft, den Platz in ihrem Herzen hält der Tote besetzt. Nora ist übrigens Callgirl, gutsituiert. Ihre schwarze Haut zahlt sich das erste Mal aus. Kronberg, über Fünfzig, ruft seinen ehemaligen Mitarbeiter Matthei in seiner neugegründeten Firma an: ob er nicht eine Stelle für ihn hat. Aber wie spricht man so eine Bitte aus, wenn sie einem eigentlich im Hals stecken bleibt? Und wie antwortet man drauf? - Und dann ist da noch der Schriftsteller, der bloß noch die hundert Quadratmeter Erinnerungen hütet, seit die Frau einen lebenslustigeren Gefährten gefunden hat, und außer den Erinnerungen manchmal Bastian, ihren gemeinsamen Sohn. - Eins jedoch haben der Lehrer und die Punkerin, Nora, Kronberg und der Schriftsteller gemeinsam: Sie alle haben an diesem Montag einen Brief des Vermieters bekommen, auf knallgelbem Briefpapier. Das Haus wird saniert, sie müssen raus.

Weitere Informationen
Arno Rude, geboren 1957, nach einer Lehre als Nachrichtentechniker Studium an der Schauspielschule Rostock und am Literaturinstitut Leipzig. Seit 1985 freiberuflicher Autor. Schreibt Hörspiele, Theaterstücke und seit 1989 überwiegend Drehbücher. Hörspiele: "Zuarbeit" (1984), "Schmarsow" (1985), "Traumtänzerin" (1986), "Jacqueline und Pierre" (1987), "Mißwahl" (1991), "Stahl" (1993).

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Mitteldeutscher Rundfunk 1997
  • Erstsendung: 07.10.1997 | 54'31

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