Originalhörspiel, Kurzhörspiel, Monolog

Autor/Autorin: Guy Krneta

Ursel

übersetzt aus dem Berner Deutsch

Übersetzung: Uwe Dethier
Technische Realisierung: Ute Hesse, Regina Kraus
Regieassistenz: Eva Lauinger

Regie: Hermann Naber

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Karina Bengel

Ursel ist sechs. Doppelt so alt wie ihr Bruder Urs war, als er aus einem Fensterdes 10. Stocks in die Tiefe sprang. Da er nicht fliegen konnte, ist er jetzt ein Engel, unerreichbares Vorbild seiner kleinen Schwester, die inzwischen eigentlich seine große Schwester sein könnte. Urs, für den noch immer bei jeder Mahlzeit gedeckt wird, war ein guter Esser, Ursel ißt lustlos und immer zu wenig. Urs war ordentlich und wäre noch ordentlicher geworden, in Ursels Zimmer breitet sich ein unübersehbares Chaos aus. Urs gehört die uneingeschränkte Liebe und Trauer der Eltern, während Ursel sich wegen des Essens und des schlecht aufgeräumten Zimmers kritisiert fühlt. Guy Krneta erzählt aus der Perspektive des Mädchens die mühsamen Versuche, sich mit einem unfehlbaren Vorbild zu identifizieren. Ursel kann ihr Ziel, dem Bruder ähnlich zu werden, letztlich nur erreichen, wenn sie selbst aus dem 10. Stock in die Tiefe springt.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Südwestfunk 1997
  • Erstsendung: 05.04.1997 | 19'24

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