Originalhörspiel, Originaltonhörspiel
Autor/Autorin:
Michael Trabitzsch
Die Radikalität der Steine
Der Bildhauer Wieland Förster - Ein Originalton-Hörspiel
Technische Realisierung: Peter Kainz, Andrea Frommhagen
Regie: Michael Trabitzsch
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Daniel Minetti Sprecher 1 Iwona Mickiewicz Sprecherin 2 Mary Caroll Sprecherin 3 Isabell Birambaux Camus Text
Wieland Förster, 1930 in Dresden geboren, gehört zu den namenhaften deutschen Bildhauern dieses Jahrhunderts. Neben Plastiken und Skulpturen umfaßt sein umfangreiches Werk auch Zeichnungen, Malerei und Graphik, darüber hinaus hat er zahlreiche Bücher - erzählende Prosa, Tagebücher, Essays, Gedichte und Theaterstücke - veröffentlicht. In der DDR verkörperte er wie nur wenige den Typus eines Künstlers, der sich als Aushängeschild der offiziellen Kulturpolitik ebenso wenig verwenden ließ wie als mediengerechter Frontmann dissidentischer Rebellion. Mit sechzehn von den Russen in Bautzen inhaftiert, 1950 freigelassen, lange Jahre mit Ausstellungsverbot belegt, ging er in Konflikt und Loyalität mit dem Staat den ihm einzig durch seine Arbeit bestimmten Weg - ein unbeirrbarer und unbekümmerter Außenseiter, dem Privilegien schon deshalb suspekt waren, weil sie die beanspruchte Selbstbestimmung in der Kunst und im Leben beschnitten hätten. In einer Montage aus mündlichen Äußerungen, Aufnahmen in der Bronze-Gießerei, Tagebuchaufzeichnungen, niedergeschriebenen Erinnerungen, aus Musiken, Geräuschen, Archivdokumenten und Gedichten versucht Michael Trabitzsch ein Porträt dieses Mannes zusammenzusetzen. Ein Porträt auf der Suche nach Wurzeln in erfahrener Geschichte, nach Begegnungen mit Leuten wie Brecht, Eisler und Felsenstein, nach Haltungen, nach Verletzungen, nach dem Horizont der Werte und Sehnsüchte und den Widerstandskräften gegen die Affirmation des Alltags und des leeren Geredes, nach den geheimen Kräften der Inspiration. Das Porträt eines unbedingten Künstlers und seiner Möglichkeit, das Leben zu bestehen.

Produktions- und Sendedaten
- Mitteldeutscher Rundfunk 1998
- Erstsendung: 09.02.1999 | MDR KULTUR | 66'05