Hörspielbearbeitung

Autor/Autorin: Luigi Pirandello

So ist es, wie es Ihnen scheint

Ein Gleichnis

Vorlage: So ist es, wie es Ihnen scheint (Theaterstück, italienisch)
Übersetzung: Georg Richter
Bearbeitung (Wort): Kurt Hübner

Regie: Walter Knaus

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Kurt LieckLamberto Laudisi
    Fränze RoloffFrau Frola
    Heinz KlingenbergPonza
    Henny Schneider-WenzelFrau Ponza
    Max Walter SiegAgazzi
    Martina OttoAmalia Agazzi
    Gesa ClasenDina Agazzi
    Brigitte KönigFrau Sirelli
    Kurt EbbinghausPräfekt
    Gert GeigerDiener

Fragezeichen über Fragezeichen türmen sich in Pirandellos "So ist es, wie es Ihnen scheint" vor der unglücklichen Familie Agazzi auf: Wer ist der geheimnisvolle Herr Ponza? Warum geht seine Frau nie aus? Warum wird die Frau nicht von ihrer Mutter besucht, während diese Mama doch selber die Besuche des Herrn Ponza empfängt? Warum machen diese Menschen keine Besuche, wie es sich für anständige Leute und zumal für untergeordnete Beamte gehört? - Lauter Fragezeichen von braven Spießbürgern also, die nichts Besseres zu tun haben als sich um ihre lieben Nächsten zu kümmern. Und da diese Fragezeichen mit italienischer Lebhaftigkeit und von der Hand des bühnenerfahrenen Luigi Pirandello gesetzt wurden, so wird der Hörer selber in diese fieberhafte Neugier hineingezogen: ist nun Herr Ponza verrückt oder seine Schwiegermutter? Ist Ponza verrückt, so ist seine Frau noch die erste Frau und die richtige Tochter der alten Frau Frola, ist die Schwiegermutter verrückt, so hat Ponza heimlich die erste durch eine zweite Frau ersetzt, um die arme Alte zu schonen. Höchst geschickt wird diese Spannung aufrecht erhalten, die Agazzis und die Hörer werden von einer Deutung des Rätsels Ponza zur anderen geschleudert, bis schließlich die geheimnisvolle Frau Ponza erscheint und die Erklärung abgibt, sie sei beides, zweite Frau und echte Frola-Tochter: "Ich bin die, für die Sie mich halten". Der Hörer fühlt einen kräftigen Nasenstüber, er merkt, daß er von der Neugier der Agazzis angesteckt war und stellt enttäuscht fest, daß die geheimnisvolle Wahrheit ja schon im Anfang durch den weisen Onkel ausgesprochen war und noch früher durch den Titel. (Aus einer zeitgenössischen Rezension)

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Süddeutscher Rundfunk 1955
  • Erstsendung: 08.06.1955 | SDR1 | 49'05

Rezensionen (Auswahl)

  • N. N.: Funk-Korrespondenz. Nr. 25. 15. Juni 1955. S. 13.

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