Originalhörspiel, Originaltonhörspiel
Autor/Autorin:
Monika Siegfried-Hagenow
Kölsche Zigeuner
O-Ton-Collage
Technische Realisierung: Daniel Velasco, Jeanette Wirtz-Fabian
Regieassistenz: Hans-Jürgen Schunk
Regie: Hein Bruehl
Sie spielten mit Geige und Baß auf, wenn man in der Nachbarschaft feierte und zogen zum "Ständeln" mit ihren Instrumenten durch die Wirtschaften. Sie gehörten dazu, zur lebendigen Nachbarschaft im "Veedel". Bis sie auf einmal als unwertes Leben galten, enge Beziehungen mit ihnen als "Rassenschande" und sie zusammengetrieben wurden in die Züge zu den Arbeits- und Konzentrationslagern. Die meisten kamen um, aber wer überlebte, kehrte zurück, zu Fuß no Kölle - wenn es nicht anders ging. Ihre Söhne und Töchter sind in Köln geboren. Sie sprechen Kölsch so gut wie Romanes, und: Sie machen wieder Musik wie ihre Väter. Aber sie haben ein anderes Selbstbewußtsein als ihre Eltern und Großeltern. Verstehen sich ganz bewußt als Kölsche und Zigeuner und keineswegs mehr als Randgruppe. Ein Hörbild mit Überlebenden der älteren Generation, die von ihrem Alltag, ihrer Verschleppung und ihren Neuanfängen erzählen. Auf Spurensuche mit den jungen Musikern an Orten, die für die Sintifamilien schicksalhafte Bedeutung haben: um Reaktionen zu provozieren, Erinnerungen wachzurufen, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verknüpfen.
Weitere Informationen
Monika Siegfried-Hagenow, geboren 1952 in Bergneustadt, ist freie Journalistin und Schriftstellerin. 1994 wurde sie mit dem Civis-Preis ausgezeichnet. Die Rheinische Redaktion produzierte zuletzt von ihr "Kelly, Kultur und Kohle" (1996).
In der Hörspieldatenbank veröffentlichte Angaben zu Inhalten und Beteiligten stammen aus historischen Quellen. Deren Wortlaut kann heute als diskriminierend und verletzend empfunden werden.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1997
- Erstsendung: 23.05.1997 | 54'02