Hörspielbearbeitung
Autor/Autorin:
Javier Marías
Morgen in der Schlacht denk an mich
Vorlage: Morgen in der Schlacht denk an mich (Roman, spanisch)
Übersetzung: Carina von Enzenberg, Hartmut Zahn
Bearbeitung (Wort): Norbert Schaeffer
Komposition: 440 Hertz
Technische Realisierung: Rudolf Stückrath, Werner Jäger
Regieassistenz: Ariane Kessissoglou
Regie: Norbert Schaeffer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Ulrich Matthes Victor Katharina Palm Matra Udo Schenk Deán Susana Fernandes-Genebra Luisa Rolf Schult Juan Wolfram Koch Vicente Lisa Adler Inès/Eva Horst Mendroch Ruiberriz Wolfgang Rüter Ferrán/Priester Tom Zahner Portier/Shakespeare-Zitat aus "Falstaff" Alf Marholm Segarra Wolf Aniol Der Einzige Ulrike Krumbiegel Frau/Victoria/Celia/Schwester
"Niemand denkt je daran, daß er irgendwann eine Tote in den Armen halten könnte ... Niemand denkt je daran, daß jemand im unpassendsten Augenblick sterben könnte, obwohl dies die ganze Zeit passiert ..." Hier passiert es Victor, einem Ghostwriter und Autor von Drehbüchern für Fernsehserien, es passiert ihm bei seiner ersten Verabredung mit einer Frau in deren Wohnung, es passiert in der ersten gemeinsamen Nacht. Der Ehemann ist verreist, das Kind schläft nebenan. Plötzlich wird der Frau übel, und nach kurzer Zeit ist sie tot. Mit dieser ungeheuerlichen, aber auch lachhaften Szene beginnt eine Geschichte der Erinnerungen und Vorahnungen, die von Liebe und Betrug, von Schuld und Vergänglichkeit erzählt, eine Gothic Novel am Ende des 20. Jahrhunderts, die ebensoviel Schreckliches wie Tiefsinn und Komik an den Tag bringt. "Geschichten gehören nicht allein dem, der sie erlebt oder erfindet, sobald sie erzählt sind, gehören sie jedermann, werden von Mund zu Ohr weitergegeben und entstellt und verdreht, nichts wird zweimal auf dieselbe Art oder mit denselben Worten erzählt, nicht einmal, wenn der, der etwas zum zweiten Mal erzählt, dieselbe Person ist, nicht einmal, wenn der Erzähler jedesmal ein und derselbe ist."
Weitere Informationen
Javier Marías, geboren 1951 in Madrid, war in den 80er Jahren Lektor in Oxford und gehört mit seinen Romanen, Essays und Biographien zu den Erneuerern der spanischen Prosa nach Franco. Seine Literatur spiegelt das Lebensgefühl des modernen Menschen. 1992 (deutsch 1996) erschien "Mein Herz so weiß", die Geschichte eines unerklärlichen Selbstmordes, die den Autor schlagartig weltberühmt machte. 1994 entstand, abermals ein Shakespeare-Zitat im Titel, "Morgen in der Schlacht denk an mich". Zahlreiche, auch internationale Auszeichnungen, 1997 u.a. in Deutschland der Nelly-Sachs-Preis.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk / Norddeutscher Rundfunk 1998
- Erstsendung: 04.11.1998 | 89'13