Hörspielbearbeitung
Autor/Autorin:
Hans Günter Michelsen
Stienz
Vorlage: Stienz (Theaterstück)
Technische Realisierung: Rolf Mittag, Gisela Büttig
Regieassistenz: Andreas Weber-Schäfer
Regie: Hans Günter Michelsen
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Max Noack Major Renate Schroeter Mechthild Peter Leonhard Stienz Andreas Weber-Schäfer Paul
Das Theaterschaffen der letzten Jahre wird von einer merkwürdigen Verwandtschaft zum Hörspiel gekennzeichnet. Dürrenmatt und Frisch haben einige ihrer Bühnenwerke zunächst als Hörspiel entworfen und jüngere deutsche Stückeschreiber wie Hey, Hildesheimer, Walser und Wellershoff waren als Hörspielautoren bekannt, ehe ihre Namen auf den Spielplänen der Theater auftauchten.
"Stienz", ein Stück von Hans Günter Michelsen, wurde für die Bühne geschrieben. Die Struktur dieses Werkes weist alle Merkmale eines Hörspiels auf. Das Geschehen vollzieht sich ausschließlich durch das Wort. Hinzu kommen wenige Geräusche von besonderem dramaturgischem Gewicht. Elemente der Umgangssprache werden von Michelsen mit großer Könnerschaft zu einem Sprachgebäude konzentriert und stilisiert, in dem hinter einer zum Stillstand gekommenen äußerlichen und vordergründigen Handlung allmählich Wirklichkeit sichtbar gemacht wird. Eine absurde, also widersinnige Situation wird durch den Eigensinn ihres Autors zum sinnvollen Ausdruck gesellschaftlicher Zustände.
Hans Günter Michelsens "Stienz" zeigt, wie sehr das moderne Drama von Tendenzen geprägt wird, die als Wesensmerkmale des Hörspiels von diesem zuerst entwickelt worden sind.

Produktions- und Sendedaten
- Radio Bremen 1963
- Erstsendung: 06.12.1963 | Radio Bremen Hansawelle | 20:00 Uhr | 60'25