Feature
Autor/Autorin:
Anne König
Wer ist im Moment ich (Langfassung)
Das Lebensexperiment des Künstlers Carlfriedrich Claus
Technische Realisierung: Holger König, Hans Peter Ruhnert
Regieassistenz: Petra Bosch
Regie: Waclaw Stawny
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Anna Magdalena Fitzi Siegfried Worch
Carlfriedrich Claus gehört zu den Künstlern, die in der DDR im Verborgenen lebten und wirkten. Einzig seinen Sprachexperimenten verpflichtet, wohnte er in der elterlichen Wohnung in Annaberg-Buchholz. Schreibend, zeichnend, lautmalend begab er sich auf innere Entdeckungsreisen, drang er in die Zwischenräume des menschlichen Bewusstseins vor. Mit der recht dürftigen DDR-Rundfunktechnik hielt er seine frühen Lautexperimente - die "Klang-Gebilde" fest, von denen noch heute einige erhalten sind. Neben dem Erforschen der Sprache machte Claus auch mit Grafiken auf sich aufmerksam. Einige seiner "Sprachblätter" sind heute im Berliner Reichstag zu sehen. Für sein künstlerisches Schaffen wurde Carlfriedrich Claus 1998, kurz vor seinem Tod, mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis ausgezeichnet. Bei ihren Recherchen fand die Autorin Briefe und Texte, in denen Claus seine Klang- und Schriftkunst erläutert. Er thematisiert dort sein Verhältnis zur Sprache, die er von ihren Worten und Bedeutungen befreien wollte. In dem einstündigen Hörfunkporträt dokumentiert die Autorin das Leben und Werk eines ungewöhnlichen Menschen, für den die Kunst alles bedeutete.

Produktions- und Sendedaten
- Mitteldeutscher Rundfunk / Ulf Köhler 2000
- Erstsendung: 23.02.2000 | MDR KULTUR | 22:00 Uhr | 59'02
Rezensionen (Auswahl)
- Jochen Meißner: In: Funk-Korrespondenz. 48. Jahrgang. Nr. 9-10. 03.03.2000. S. 38.