Hörspiel

Autor/Autorin: Paul Schallück

Pipo oder Panik in Planstelle 0

Regie: Gustav Burmester

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Alfred BalthoffEberhard Schüler
    Magda HenningsFrau Ackermann
    Walter JokischHerr Schmelz
    Werner RundshagenOberregierungsrat Wolters
    Dirk DautzenbergPhilipp Müller-Meier
    Alf MarholmInterviewer
    Elfriede RückertFrau
    Josef Meinertzhagen1. Kamerad
    Edgar Hoppe2.Kamerad
    Gerhard BeckerVater
    Ernst H. HilbichKabarettist
    Hans-Peter ThielenSchauspieler
    Kurt PostelModerator
    Marlies SchiffbauerAnsagerin
    Ingrid LammerdingSekretätrin

Der Kölner Schriftsteller Paul Schallück, bekannt geworden als Verfasser zeitkritischer Romane und Erzählungen, zeigt sich in diesem Hörspiel von einer neuen Seite. Während seine Romane (ausgenommen der letzte, "Don Quichotte in Köln") von einer unbeirrten, zähen Nachdenklichkeit geprägt sind, entwickelt er hier satirische Aggressivität: "hinterhältige Szenen, in denen sich kaleidoskopisch das Bild einer Gesellschaft widerspiegelt, die auf Orden nicht verzichten kann. Noch immer nicht. Orden: Für Schallück leere Dekorationen - sinnfälliger Ausdruck einer autoritären Ordnung. "Dekorierte" passieren Revue, vom Kleinbürger (Sportler, Hauswart, Finanzangestellter), der über die staatliche Anerkennung in Ekstase gerät, bis zum Großunternehmer, der seine Verdienste gerichtlich feststellen und Zweifel daran mit Strafe belegen lässt. Der eine bekommt einen falschen Orden, der andere bekommt seinen Orden zu spät. Dieser bekommt zu viele Orden, jener lehnt einen Orden ab. Schallück ist bemüht, die verschiedenen Milieus so zu porträtieren, dass sich der Eindruck von Authentizität aufdrängt. Die satirische Übersteigerung soll "brutal" das knechtische Bewusstsein derer decouvrieren, die stolz auf Orden sind oder vor Menschen nur Achtung haben, weil sie Orden tragen. Schallücks Idiosynkrasie fixiert eine Gesellschaft, die nicht erst "formiert" zu werden braucht.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1968
  • Erstsendung: 20.08.1968 | WDR 2 | 41'00

Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen zu diesem Eintrag?