Originalhörspiel, Kriminalhörspiel
Autor/Autorin:
Ragnar Strömberg, Gunnar Petterson
Hohn für 'ne Million
übersetzt aus dem Schwedischen
Übersetzung: Margarete Jehn
Technische Realisierung: Ludwig Groß
Regie: Hans Rosenhauer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Peter Seum Leif Pernebo Rainer Schmitt Roger Lindström Ulrike Bliefert Liesbeth Wolfgang Florey Marie Maria Majewski Astrid Pernebo Detlef Werner Rundfunksprecher Anita Loeblein-Schumacher Agneta Ledhe Peter Franzon Ingvar Eriksson Pit Klein Fernsehreporter Helmut Wöstmann Kommissar Sandell Gerd Andresen Fernsehsprecher
Leif und Roger, junge schwedische Normalverbraucher, wollten durch einen an Schnelligkeit und Disziplin entlang geplanten Postraub ihr Einkommen verbessern und sich ein paar Tagträume erfüllen. Zu ihrem Entsetzen müssen sie feststellen, daß sie ein Millionending gedreht haben, das für eher bescheidene kleinbürgerliche Räuber ein paar Nummern zu groß ist. Schwankend zwischen kurzen Freudenschüben, Angstanfällen, Zorn und Resignation, verfolgen sie die Fahndungsaktivitäten. Die Polizei stochert irritiert herum. Augenzeugen kommen einmal im Leben groß heraus, Ausländer werden verhaftet, Waffen ausgegraben, Parallelen zu Terroristenüberfällen gezogen - die Millionen verhöhnende Phantasie der Ermittler kennt keine Grenzen. Nebenbei läuft das "normale" Leben der jungen Leute ab. Wie üblich wird das Mittsommerfest gefeiert. Die ahnungslosen Freundinnen Lisbeth und Marie treffen ein, den Kopf voller Billigkäufe und Billigträume. Sie sehen fern und sehen nichts und hören Nachrichten und hören nichts und sehen ihre Freunde und sehen nicht, daß mit denen etwas nicht stimmt, und essen und trinken und lachen und tanzen und hatten selten ein so schönes Mittsommerfest. Im Morgengrauen endlich können Leif und Roger noch einmal miteinander reden. Sie wollen das Geld zurückgeben. Unter erbittertem Gekicher, begleitet von Kadenzen der Stadtvögel, formulieren sie ihre Absage an die "verehrten Häscher". Für Kleinbürger wie sie, geprägt von einer Gesellschaft ohne Utopie, gibt es keine Möglichkeit auszubrechen - aber sie haben wenigstens einmal im Leben etwas gewagt.

Produktions- und Sendedaten
- Südwestfunk / Hessischer Rundfunk 1980
- Erstsendung: 03.06.1980 | SWF1 | 51'35