Hörspielbearbeitung, Monolog

Autor/Autorin: Jean-Luc Lagarce

Die Reise nach Den Haag (Kurzfassung)

Vorlage: Le voyage à La Haye (Theaterstück, französisch)
Übersetzung: Uli Wittmann
Technische Realisierung: Ulrich Speicher, Annette Matheis
Regieassistenz: Michael Bachmann

Regie: Christiane Ohaus

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Sylvester GrothEr

Er ist 37, homosexuell, Theaterautor und Regisseur. Seit einiger Zeit kränkelt er, sieht Schatten auf einem Auge. Möglich, dass es etwas Ernsteres ist. Jetzt reist er jedenfalls mit seiner Theatertruppe nach Den Haag, zu einem Gastspiel im Königlichen Theater. Die Reise verläuft auf den ersten Blick erfolgreich. Der Vorstellung folgt ein Empfang beim Botschafter, zugleich das Geburtstagsfest für den Regisseur. Er fühlt sich wohl, von allen geehrt und geliebt. Doch als er nach Paris zurückkommt, geht der Kampf gegen die Krankheit in die nächste Runde. Jean-Luc Lagarces Monolog ist möglicherweise autobiographisch. Doch beschreibt er die Annäherung an eine tödliche Krankheit keineswegs selbstmitleidig oder bitter. Distanziert und genau beobachtet er die kleinen Verhaltensänderungen, die sich bei ihm und den anderen einstellen. Er seziert die Mechanismen der Ablenkung, des Nicht- Wahrhaben-Wollens, die unseren Umgang mit Tod und Krankheit bestimmen. Bei Lagarce ist dieser letzte Akt ein Tanz, heiter-melancholisch, manchmal sogar komisch, der dem Sterben seine Alltäglichkeit zurückgibt.

Weitere Informationen
Jean-Luc Lagarce (1957-1995) war französischer Theaterautor und Regisseur. Er studierte Philosophie und Schauspiel. Ins Deutsche übersetzt wurden die Theaterstücke "Ich war in meinem Haus und wartete, dass der Regen kommt" sowie "Wir, die Helden". "Le voyage à La Haye" wurde 1998 vom Théâtre d'Albi mit großem Erfolg uraufgeführt.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Saarländischer Rundfunk 2000
  • Erstsendedatum nicht bekannt

Rezensionen (Auswahl)

  • Horst Gläßner: In: Funk-Korrespondenz. 48. Jahrgang. Nr. 25. 23.06.2000. S. 31.

Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen zu diesem Eintrag?

Infos zum Hörangebot/FAQ