Porträt, Originalhörspiel, Dokumentarhörspiel
Autor/Autorin:
Roana Brogsitter
Ich spreche als Mensch
Der Schriftsteller Max Aub. Ein Porträt
Technische Realisierung: Angelika Haller
Regie: Christiane Klenz
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Helmut Stange Max Aub Andreas Neumann Sprecher 1 Maria Micaela Czisch Sprecher 2
Max Aub wird am 2. Juni 1903 in Paris geboren. Sein Vater ist Deutscher, seine Mutter Französin. Beide Eltern sind Juden, Aub aber wird konfessionslos erzogen. Bei Ausbruch des 1. Weltkriegs muss die Familie Frankreich verlassen und zieht nach Valencia. Spanien wird Aubs Wahlheimat, Spanisch die einzige Sprache, in der er sich zu Hause fühlt: "Nie habe ich in einer anderen Sprache schreiben können." Aub arbeitet wie sein Vater als Handlungsreisender, nebenbei verkehrt er in den literarischen Zirkeln Spaniens. Im Spanischen Bürgerkrieg steht Aub den Republikanern nahe. 1937 gibt er als spanischer Kulturattaché Picasso den Auftrag für "Guernica". Kurz vor dem Sieg der Falange flieht er nach Frankreich. 1940 wird er als Kommunist denunziert und drei Jahre in Gefängnissen und Konzentrationslagern in Marseille, Paris, Vernet, Nizza und Djelfa (Algerien) gefangen gehalten. 1942 gelingt Aub über Casablanca die Flucht nach Mexiko. Dort arbeitet er als Dozent für Filmtheorie und -technik, ist Drehbuchautor, Regisseur und Zeitschriftenherausgeber. Im Exil entstehen Aubs wichtigste literarische Werke wie "Jusep Tores Campalans" und "Das Magische Labyrinth", ein sechsteiliger Romanzyklus über den Spanischen Bürgerkrieg. 1969 erhält er erstmals ein Einreisevisum für seine alte Heimat. Spanien hat sich in 30 Jahren Diktatur jedoch sehr verändert, Aub erkennt seine Heimat nicht wieder. Am 22. Juli 1972 stirbt er in Mexiko.

Produktions- und Sendedaten
- Bayerischer Rundfunk 2000
- Erstsendung: 05.06.2000 | Bayern 2 | 20:05 Uhr | 54'50
Rezensionen (Auswahl)
- Matthias Schümann: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 05.06.2000. S. 59.