Originalhörspiel

Autor/Autorin: Walter Adler

Draußen im Land

Regie: Walter Alder

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Ursela Monn

Unter den bei Politikern so beliebten "Menschen draußen im Land" scheint es zwei besondere Gruppen zu geben. Die einen tönen so: "Selbstverständlich hängen die Fahndungsfotos der gesuchten Terroristen in meinem Büro. - Gegebenenfalls sollte man die Notstandsgesetze schnellstens in Kraft setzen. - Von den Schulen bis in die Redaktionen von Presse, Funk und Fernsehen ist der Humus gelegt worden für die Terrorszene. - Der größte Fehler ist die Abschaffung der Todesstrafe." Und die anderen hört man klagen: "Ich bin unheimlich erschrocken, rechtfertigen wollte ich mich und sagte, ich bin das wirklich nicht. - Ich fühlte, da war iregendwas im Gange gegen mich. - Ich hatte Angst vor dem Taxifahrer, vor den Leuten im Bus. - Dann kamen Ideen, daß die alle unter einer Decke stecken, auch mein Freund, daß der beim Verfassungsschutz ist." Hörspiel, nach dem Bericht eines authentischen Falles entstanden, ist die Beschreibung eines aktuellen Klimas, in dem Un- und Halbwahrheiten mehr gelten als Wahrheiten, Folgen mehr als Ursachen, Mittel mehr als Zwecke, Vorurteile mehr als Erkenntnisse. Ein Klima, das von Haß und Angst beherrscht wird. "Draußen im Land": das ist drinnen in uns.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Hessischer Rundfunk 1978
  • Erstsendung: 03.07.1978 | hr1 | 33'30

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