Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Hubert Wiedfeld
Hier ist es wunderbar! Der Täter ist das Opfer ist der Täter?
Technische Realisierung: Ernst Becker, Rosel Wack
Regieassistenz: Rieke Müller-Kaldenberg
Regie: Horst Loebe
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Robert Seibert m 1 Lothar Rollauer M 2 Antje Roosch W 1 Ricarda Benndorf W 2 Brigitte Dryander W 3 Friedrich Wilhelm Timpe W 4
Kernpunkt dieses Hörspiels ist die Denunziation. Wenn irgendwo ein Verbrechen geschieht, setzt sofort ein Denunziationsprozeß ein: Harmlose Menschen werden als Täter verdächtigt. Demonstriert wird, wie fast mechanisch jeder zum Täter werden kann, der nicht einer garantierten Norm entspricht. Das Stück ist ein Signal dafür, wie gefährlich es ist, mit Hilfe des gesunden "Volksgewissens" in aller Öffentlichkeit Kriminalistik zu betreiben. In diese Denunziationen eingeblendet werden beliebige Postkartengrüße von Reisenden, als Dokumente eines völlig in Klischees verfangenen Denkens und der stereotypen Artikulation: was quasi die Selbstdenunziation der Denunzierenden bewirkt; die Denunziation des Mitmenschen läßt als Motive dafür Erlebnishunger, Frustration und Verklemmtheit, Neid und Mißgunst erkennen. Der Denunzierende denunziert, um sich nicht selbst zu denunzieren.

Produktions- und Sendedaten
- Saarländischer Rundfunk 1970
- Erstsendung: 09.12.1970 | 2 | 34'50