Kurzhörspiel

Autor/Autorin: Reinhard Döhl

Man

Regie: Clytus Gottwald

  • Weitere Mitwirkende

    Musik: Hanna Aurbacher (Alt), Ursula Häffner (Sopran), Manfred Gerbert (Tenor), Ewald Liska (Bass), Theophil Maier (Tenor)

Der Wortpartikel "man" in dem syntaktischen Grundmuster "man tut was" bewirkt die Reduktion eines generösen Kollektivbewußtseins aufs Anonym- Unverbindliche. Die Leistung des stolzen Wohlstandsspruches "Wir sind wer" wird standardisiert, tabuisiert zum unverbindlichen "man", das jeden anspricht und niemanden meint. Der Autor sprengt dieses "man" auf, indem er sprachliche Grundmuster, Symptome einbetonierten Sprachverhaltens, gegeneinander setzt und versetzt. Mit Hilfe motorischer Gruppierungen dieser stets variierten Grundmuster entlarvt er einerseits diese Grundmuster als Sprachund damit Gesellschaftsbewußtlosigkeit, andererseits überwindet er mit Hilfe solcher Permutationen eben diese Klischees, indem er sie in ein Modell neuer Sprachmöglichkeiten integriert.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Saarländischer Rundfunk 1970
  • Erstsendung: 29.07.1970 | 2 | 20'00

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