Originalhörspiel

Autor/Autorin: Hannelies Taschau

Normalerweise zieht die Frau mit dem Mann oder Der gute Feind

Regie: Gottfried von Einem

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Sabine PostelAnna
    Michael ThomasThomas
    Hans KemmerAxel
    Anne RottenbergerMerle
    Sabine KochKind
    Ruth Bunkenberg1. Frau
    Ruth Puls2. Frau
    Renate Hobble3. Frau
    Wolfgang SchenckKaufmann

Eine junge Frau zieht mit dem Mann, den sie liebt, in eine Kleinstadt. Er hat dort als Lehrer große berufliche Chancen. Wer sich aber in der sogenannten Provinz nicht bedingungslos anpaßt, bringt sich ins Abseits. Besonders Frauen haben sich einzuordnen, andernfalls gefährden sie das Ansehen und damit die Existenzgrundlage ihres Mannes.

Zum Untertitel "Der gute Feind" einige Überlegungen der Autorin: "Vom 'guten feind' hörte ich das erste Mal in Georgien reden. Es ist der, der überredet, bestimmt, fesselt, zufriedenstellt, umstimmt, beschwichtigt - seine Liebe ist distanz- und gnadenlos. Er ist durch vielfältige Bezüge an die Gesellschaft gebunden, etwa durch den Wunsch nach Sicherheit. Und er gewährt sie auch. Das macht ihn so unüberwindlich. 'Ich bin völlig stille - ich habe ja alles und werde gebraucht', sagt die Frau neben dem guten Feind. Das gegenwärtige Leben ist nur Vorbereitung auf das spätere, das 'richtige' Leben. Jedes Stocken, jedes Zögern wird ihr angekreidet. So ermüden die meisten Frauen in den Zwischenräumen. Erkennst du aber den guten Feind, sagt man in Georgien, nimmst du ihn als Feind an und gelingt es dir, ihm zu entkommen, weil du noch mit Kopf u n d Körper denken kannst, dann setz dich unter die Eberesche und mach ein Feuer, wie Königin Tamara."

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Radio Bremen 1977
  • Erstsendung: 25.11.1977 | Bremen Eins | 43'03

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