Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Brigitte Doppagne
Gleisgespräch
Komposition: Rike Wiebelitz
Technische Realisierung: Ulrich Speicher, Annette Matheis
Regieassistenz: Alice von Schroeder
Regie: Jörg Schlüter
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Sanja Spengler Frauenstimme Steve Karier Männerstimme
Sommer 1946, Worpswede. Sima, eine junge, aus der Ukraine nach Deutschland verschleppte Zwangsarbeiterin, wartet täglich an den Gleisen auf die Ankunft ihres Sohnes Kolja. Sie wartet vergeblich, denn früh hat sie ihr Kind verloren; die traumatischen Umstände der Deportation, der Verlust der Heimat haben ihren Verstand verrückt. Hier, sehnsüchtig wartend, sieht sie Tag für Tag den Maler Richard Oelze, der die Bewegung, den Ortswechsel sucht wie ein Süchtiger den Stoff. Wie Sima ist er ein Heimatloser, zutiefst verstört durch den Krieg. Nur Bahnhöfe, die Erinnerung an Zeiten in Frankreich, Italien, im Kreis von Max Ernst, Dali, Breton und Eluard können ihn noch bergen. Dann, irgendwann folgt er ihr zu ihrem Haus, liebt sie, sie ihn. Aber sie bleibt nicht, folgt einer Stimme, die sie auf die Gleise ruft.
Weitere Informationen
Brigitte Doppagne, geboren 1961 in Köln, studierte Germanistik, Ethnologie und Anglistik. Nach längeren Aufenthalten in Frankreich, England und Mexiko lebt sie als freie Schriftstellerin in Köln. Sie veröffentlichte Lyrik, Erzählungen, Essays und zuletzt den Roman "Der Nachtgast" (1998). "Gleisgespräch", durch ein Stipendium der Filmstiftung NRW gefördert, ist ihr erstes Hörspiel.

Produktions- und Sendedaten
- Saarländischer Rundfunk / Norddeutscher Rundfunk 1999
- Erstsendung: 12.03.2000 | 2 | 15:04 Uhr | 70'33
Rezensionen (Auswahl)
- Horst Gläßner: In: Funk-Korrespondenz. 48. Jahrgang. Nr. 11. 17.03.2000. S. 32.