Originalhörspiel

Autor/Autorin: Urs Widmer

Das Blasquartett oder 80 Fragen nach dem Glück

Komposition: Peter Zwetkoff
Technische Realisierung: Ludwig Groß

Regie: Urs Widmer

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Eric SchildkrautHeisere männliche Stimme
    Wolfgang ForesterHohe männliche Stimme
    Hannelore HogerTiefe Frauenstimme
    Lore BrunnerKindliche Frauenstimme
    Fevzi SahinTürkische Stimme
    Heinz MeierAggressive Stimme
    Anja UrbanKinderstimme

    Musik: Michael Loeckle (Flöte), Jürgen Ramin (Posaune), Gerhard Georgi (Tuba), Hans Lemser (Klarinette)

"Vordergründig 'dokumentiert' dieses Hörstück die Probe eines Blasquartetts (Klarinette, Flöte, Posaune, Fagott), aber wahrscheinlich ist der zweite Teil des Titels der wichtigere. Die 80 Fragen werden ganz konkret gestellt: Die zwei Männer und zwei Frauen, die da an ihren Instrumenten herumhantieren, kennen das Glück und kennen es doch nicht, wollen es und kriegen es doch nicht. Ihre Wörter und Töne meinen Liebe, Leidenschaft, Zärtlichkeit, Wärme - während sie in Wirklichkeit zuweilen die Köpfe gegen die Zimmerwände schlagen, um zu sehen, ob ihnen das weh tut. An diesem Hörstück hat in noch stärkerem Maß als in meinen bisherigen Peter Zwetkoff seinen Anteil. Das Blasquartett ist weitgehend eine Komposition (was nicht heißt, daß es auf 'Sinn' verzichtet). Die Musik spielt eine wesentliche Rolle für die emotionale Entwicklung des Stücks. Seit Jahren träume ich von einem wortlosen  Hörspiel. Immer diese Bedeutungen, die alles eindeutig machen! Andererseits, vielleicht ist es ganz gut, daß sich die Wörter doch noch vor meinen Traum der Wortlosigkeit geschoben haben. Ich habe versucht, mit wenigen Mitteln zu arbeiten: Eine Mädchenstimme. Vier erwachsene Stimmen. Vier Instrumente. Singen. Atmen. Husten. Jemand, dem das Atmen zuweilen Mühe macht, weiß, was Glück sein könnte. Da ist es, am Horizont gerade noch zu sehen. Der, der mit dem Atmen Mühe hat, versucht immer wieder, die durchsichtige Folie, die ihn von der Außenwelt trennt, mit einem wilden Einatmer einzureißen. Manchmal ist die Lunge stärker als die Folie, manchmal ist es umgekehrt." (Urs Widmer)

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Südwestfunk / Hessischer Rundfunk / Westdeutscher Rundfunk 1977
  • Erstsendung: 26.01.1978 | SWF2 | 42'30

Veröffentlichungen

  • Kassetten-Edition: Ernst-Klett-Verlag 1987

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