Originalhörspiel
Autor/Autorin:
László Gyurkó
Kinderlied
übersetzt aus dem Ungarischen
Übersetzung: Angela Plöger
Komposition: Rainer Quade
Technische Realisierung: Rike Wiebelitz, Barbara Goebel
Regieassistenz: Sabine Melchior
Regie: Jörg Schlüter
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Kathrin Angerer Julis Therese Dürrenberger Mutti Angelika Bartsch Die Gnädige Bernd Kuschmann Dudelsack Peter Davor Cherub Alexander Grill Leo Maximilian Hilbrand Füller
Mit spielerischer Leichtigkeit und witzigen Dialogen zeichnet der Autor eine Karikatur auf die neuen Verhältnisse in Ungarn, ein groteskes Märchen mit realem Hintergrund: Julis kommt aus ärmsten Verhältnissen. Sie sucht das Glück und verliert ihren Verlobungsring, der doch die Voraussetzung für die Heirat ist. Jedenfalls sagt das ihr Verlobter, ein neureicher Primitivling. Ohne Myrtenkranz, Verlobungsring und Jungfernschaft gibt es keine Hochzeit. Und da die Heirat Julis einzige Chance ist, ihrer Armut zu entkommen, will sie den verlorenen Ring ersetzen. Wie im Kinderlied muss sie wandern, von einem Ort zum andern: vom Staatssekretär, bei dem sie als Hausmädchen nicht arbeiten kann, weil er mit ihr schlafen will, zum Zuhälter, der ihr nur das Blaue vom Himmel verspricht, schließlich zu Cherub, der es zwar ernst mit ihr meint, aber nur ein armer Strichjunge ist, und endlich zu Leo, bei dem sie gewisse Kompromisse eingeht und so am Ende Kranz, Ring und Jungfernschaft vorweisen kann. Aber nun verlangt der Verlobte plötzlich eine Mitgift, von der vorher nie die Rede war.
Weitere Informationen
László Gyurkó, geboren 1930 in Budapest, nahm 1956 an der Revolution teil und wurde zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Von 1964 bis 1991 war er Redakteur der gesellschaftswissenschaftlichen Zeitschrift "Wirklichkeit". 1970 gründete er das "Fünfundzwanzigste Theater", das er zehn Jahre lang leitete. Zwischen 1971 und 1985 war er Parlamentsabgeordneter. László Gyurkó schreibt für Theater, Fernsehen und Radio. 1980 erhielt er den Kossuth-Preis, die höchste ungarische Auszeichnung für Literatur und Kunst.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 2002
- Erstsendung: 26.05.2002 | 17:00 Uhr | 49'40