Ars acustica

Autor/Autorin: Gilles Gobeil

La perle et l'oubli

Komposition: Gilles Gobeil

Realisation: Gilles Gobeil

  • Weitere Mitwirkende

    Musik: Suzanne Binet-Audet (Synthesizer)

Kann elektroakustische Musik an Wagner erinnern? François Couture vergleicht die Tonbandstücke des Frankokanadiers Gilles Gobeil mit Wagners Musikdramen: Gobeils Musik sei "leidenschaftlich" und "action-packed". Im Gegensatz zu den Werken des Bayreuther Kollegen sind die Werke des Maestros aus Montréal jedoch angenehm kurz, außerdem arbeitet er nicht mit dem romantischen Orchesterapparat, sondern mit einem Arsenal digitaler Klangmaschinen des 21. Jahrhunderts. Bezüge zur Vergangenheit sind Gilles Gobeil jedoch nicht fremd. Immer wieder bedient sich Gobeil literarischer Inspirationsquellen. Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde war die Vorlage zu "Nuit cendre", Prousts Suche nach der verlorenen Zeit verarbeitete er im "Projet Proust" und "Point de passage" ist eine freie Adaption von H. G. Wells' Zeitmaschine. Dabei ist ein strenger Umgang mit dem klingenden Material für Gobeil kennzeichnend. Seine Arbeit als Sound Artist vergleicht Gilles Gobeil mit der eines mittelalterlichen Steinmetz, der das Material an den Bruchstellen prüft. Er bevorzugt kantige, klar konturierte Formen, liebt die Dynamik v on Spannung und Entspannung. Für diese Prüfung nimmt er sich Zeit: "Ich ziehe es vor, wenig zu produzieren und mit den Resultaten zufrieden zu sein", sagt Gilles Gobeil. Für die Premiere der WDR 3-Pet Sounds-Reihe im Kölner Stadtgarten reist der Perfektionist immerhin mit einer neuen Komposition für achtkanalige Live Electronics und Ondes Martenot an. Den historischen Synthesizer von Maurice Martenot spielt Suzanne Binet Audet.

Weitere Informationen
Gilles Gobeil, geboren 1954, ist Professor für Audiotechnik am CEGEP de Drummondville. Er studierte Komposition an der Universität Montréal. Er war Preisträger bei diversen internationalen Wettbewerben: Stockholm Electronics Arts Award 1994; Luigi Russolo International Competition 1987, 1988, 1989; Bourges International Electroacoustic Music Competition 1989, 1988; Brock University Tape Music Competition (Kanada) 1985. Er erhielt den Prix Ars Electronica 1995 sowie den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Elektroakustische Musik São Paulo, Brasilien. Gilles Gobeil ist Mitglied der Canadian Electroacoustic Community (CEC) und Mitbegründer der elektroakustischen Konze rtreihe Réseaux in Montréal sowie des Festivals de musique "Rien à voir". Seine letzte CD "... dans le silence de la nuit "erschien bei empreintes DIGITALes 2001.

Suzanne Binet-Audet stammt aus Montréal. Dort begann sie am Konservatorium ihr Orgelstudium, das sie in Frankreich bei Jean Langlais weiterführte. In Frankreich lernte sie auch die Ondes Martenot kennen, ein historisches elektronisches Tasteninstrument mit variablen Klangfarben. Suzanne Binet-Audet nahm u.a. Unterricht bei Maurice Martenot, der dieses Instrument 1928 erfunden hat. Heute tritt sie als Solistin, in Kammerensembles und mit Orchestern in Kanada, USA und Europa auf. Sie ist Gründungsmitglied des Ensemble d'ondes de Montréal.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 2001
  • Erstsendung: 12.01.2002 | 22'56

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