Ars acustica

Autor/Autorin: Bob Ostertag

Desert boy on a stick

Komposition: Bob Ostertag

Realisation: Bob Ostertag

  • Weitere Mitwirkende

    Sonstige MitwirkendeFunktion
    Jim Mageelyrische Texte, Skulpturen

    Musik: Joan Jeanrenaud (Violoncello)

Das radiophone Portrait einer Doppelexistenz. Bob Ostertag über Jim Magee: "Er ist ein sehr außergewöhnlicher Künstler, der eines der bemerkenswertesten Stücke geschaffen hat, was ich jemals in einem Medium in der Texanischen Wüste gesehen habe. An diesem Werk arbeitete er zwanzig Jahre und er hat es bisher sehr wenigen Leuten gezeigt. Außerdem hat er noch eine andere Identität: Anabelle Livermore. Sie ist eine ältere Dame, die Aquarelle malt. In Texas ist sie sehr bekannt und wurde auch schon von George Bushs Frau preisgekrönt. Bis vor kurzem noch war in der Öffentlichkeit nicht bekannt, dass eine Verbindung zwischen Jim und Anabelle besteht. Jim wohnt seit zwanzig Jahren in El Paso. Dort arbeitet er auf seinem Hügel, wo sich vier große Steinbauten befinden, in denen er seine Kunst aufbewahrt. Jedes dieser Kunstwerke ist einige Tonnen schwer. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Collagen aus Industrieschrott, aber in Wirklichkeit macht er das ganze Material selbst, indem er seinen eigenen Müll zerschneidet und färbt. Anabelle Livermore malt Aquarelle und hat sich zu einer bedeutenden Künstlerin entwickelt. Gouverneur Bush kaufte ihre Kunst für sein Anwesen in Texas. Außerdem findet man einen Bericht über sie in einem Buch über die größten Aquarell-Künstler der Welt. Zusätzlich entwarf sie die Kapelle des El Paso Krankenhauses, dessen Patienten sie jedes Jahr zu Weihnachten Blumen schenkt."

Weitere Informationen
Bob Ostertag ist im Bereich der digitalen Aufnahmen und Musikexperimente nicht nur ein etablierter Künstler, sondern auch ein Pionier. Er hat eine Reihe von bedeutenden multimedialen Arbeiten produziert, in denen er Ton, Bilder und Live-Auftritte miteinander kombinierte. Außerdem designt er seine eigene Software und seine Instrumente selbst. Seine Kompositionen für das Kronos Quartett und für seine eigenes Say no more Ensemble gelten als bedeutende moderne Stücke. Der häufige Gebrauch von politischen Themen in seinen Stücken resultiert aus seiner Zeit politischen Engagements. Es wurden 20 CDs mit Stücken von ihm veröffentlicht und zusätzlich ist er auf verschiedenen Musik-, Film- und multimedialen Festivals zu Gast gewesen. Ostertag brach seine Ausbildung am Oberlin Conservatory ab und ging seitdem der Zusammenarbeit mit akademischen Musikern aus dem Weg. Statt dessen hat er mit einer Reihe unterschiedlicher Künstler zusammen gearbeitet, wie z.B. den Avantgardisten John Zorn und Fred Frith, Heavy Metal Star Mike Patton, Cellistin Joan Jeanrenaud, der Jazzgröße Anthony Braxton, Punk Rocker Lynn Breedlove, der "Drag Diva" Justin Bond oder dem Filmemacher Pierre Hébert. 1978 ließ sich Ostertag in New York City nieder und tauchte in die aufsteigende "downtown" Musikszene ein. Ende der 70er Jahre verließ er das Musikgeschäft, um politische Arbeit in Zentralamerika zu betreiben. 1988 ging er nach San Francisco, um seine Arbeit wieder der Musik zu widmen.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 2002
  • Erstsendung: 15.06.2002 | 47'28

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