Hörspiel
Autor/Autorin:
Gerd E. Hofmann
Erkennen vielstimmig - Datenkrimi I
Stereo-Hörspiel
Regie: Joachim Sonderhoff
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Horst Bollmann Kommissar Rolf Schult Inspektor Helmut Wildt Polizeipräsident Friedrich W. Bauschulte Staatssekretär Karin Remsing Ingenieurin Christoph Quest 1. Ingenieur Holger Kepich 2. Ingenieur Christian Brückner Maschinen 501, 501 FH, 530 Joachim Nottke Maschine 5607 Bettina Schön Sekretärin Wibke Gröhndahl Mädchenstimme
"Jeder von uns", so schreibt Gerd E. Hoffmann zu seinem Hörspiel,
"soll bald eine Nummer aus zehn Ziffern sein. 'Personenkennzeichen'
heißt diese Ziffernreihe, die ein Planungsstab im
Bundesinnenministerium jedem Bundesbürger bescheren wird. Diese Nummer
wird uns von der Geburt bis zum Tod begleiten. Und die modernen
Datenverarbeitungsanlagen machen es möglich, um unter diese Nummer
alles zu speichern, was unsere Person kennzeichnet. Das bei uns immer
noch überwiegend geisteswissenschaftlich ausgerichtete Bildungssystem
hat uns für eine mathematisch-technische Entwicklung blind gemacht,
deren Auswirkungen uns in den kommenden Jahren zunehmend beherrschen
werden.
Ein Stück dieser technologisch gestalteten nahen Zukunft habe ich in
'erkennen vielstimmig - Datenkrimi 1' zum Hörspiel verdichtet. Die
Kriminalpolizei der Länder Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein
ist seit längerer Zeit dabei, mit Hilfe von Computern eine perfekte
Verbrecher-Datenbank aufzubauen; eine Koordination auf Bundesebene ist
vom Bundeskriminalamt geplant. Im Datenkrimi 1 werden zwei Beispiele
kriminalpolizeilicher Nutzung einer Datenbank dargestellt und es wird
dabei gezeigt, wie leicht es möglich ist, mit Hilfe an sich wertfreier
Maschinen Artikel 5 des Grundgesetzes zu einem Stück Papier zu machen.
Das wirft die Frage auf, wer künftig über diese Datenbanken verfügen
darf; die Frage nach der moralischen Integrität. Denn Datenbanken
können sehr nützlich sein, in falschen Händen jedoch zum bestdenkbaren
Instrumentarium von Diktatoren werden.
Mit Hilfe der Programmiersprache 'Cobol' werden im Datenkrimi 1
gleichzeitig Arbeitsvorgänge der einzelnen Datenbank-Computer hörbar
gemacht."
Weitere Informationen
Gerd E. Hoffmann, 1932 geboren, lebt in Köln. Erste literarische
Arbeiten: Moderne Märchen für Kinder. Buchveröffentlichungen:
"Chromofehle" (1967),
"Chirugame" (1969),
"Bellasten" (1970).
Erstes Hörspiel (Stereo): "suchen sechsstimmig" (WDR 1970).
Gemeinschaftsarbeit mit dem Komponisten Karl Heinz Wahren:
"50 Welten fremder Entzückung" für die Berliner Festwochen 1970. Für
1971 sind zwei weitere Gemeinschaftsarbeiten projektiert:
"Anstöße - Roman aus zweimedialen Seiten" mit M. W. Pfaffenholz und
"Woret-Ton-Kopf" mit Jörg Heydemann.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1971
- Erstsendung: 23.03.1971 | WDR 2 | 32'10