Originalhörspiel, Originaltonhörspiel

Autor/Autorin: Rainer K. G. Ott

Leumundszeugnis: Reinhold S.

Regie: Hans Peter Krüger, Rainer K. G. Ott

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Nicht bekannt

"In der Vorbereitungsphase erfährt der Autor zunächst das, was die Zielperson über sich selbst für erwähnenswert hält. Ausgestattet mit den Informationen der Zielperson beginnt die eigentliche Produktionsphase. Kontaktpersonen, also etwa Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Freunde, Verwandte usw., die inhaltlich jeweils aus einer anderen Perspektive Stellungnahmen, Ein-schätzungen, Beurteilungen und Beschreibungen über unsere Zielperson abgeben können, äußern sich vor dem Mikrofon. Der Autor sucht nach seinem zuvor angelegten 'Konfliktplan' im Bericht der einzelnen Zeugen jeweils die Bereiche aufzudecken, die private Perspektiven mit Tatsachen und Erfahrungen der Berichterstatter verbinden. Die einzelnen Berichte der Zeugen werden in der Phase der Montage einerseits nach inhaltlichen Komplexen und andererseits auch nach dokumentar-dramatischen Gesichtspunkten zueinandergefügt. Vorab vermittelt der Autor knappe Fakten über die Zielperson. Die vielfältig gegeneinander gesetzten, Zeugen über die Zielperson, die Summe dieser am Schneidetisch zu ordnenden Stellungnahmen lassen ein Leumundszeugnis entstehen. Dem folgt die Gegenüberstellung: Die Zielperson wird mit den Stellungnahmen der Zeugen konfrontiert. Wie die Zielperson beurteilt wird, mißt sie am eigenen Urteil über sich selbst. Diese Ausführungen der Zielperson, über die aus zweiter Hand berichtet wurde, bilden den letzten Teil der Produktion. Abschließend gibt der Autor, etwa so knapp wie bei der biographischen Vorstellung der Person, über die gesprochen wird und die über sich selbst und über diese Berichte spricht, eine 'Gegeninformation', die bislang ausgespart war. Damit sind zwei relativierende Faktoren in das Leumundszeugnis eingebaut. In Ermangelung eines konkreten Bildes ist es dem Zuhörer möglich, aus Zeugnissen und der konfrontierenden Selbstdarstellung, aus Informationen und Wertungen das 'Bildnis' eines Mitmenschen entsprechend dem akustischen Portrait zu realisieren. Es entsteht eine Hördokumentation, die gesellschaft-lich wie individuell überprüfbare Einblicke zu vermitteln hat." (Rainer Ott)

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk / Sender Freies Berlin 1973
  • Erstsendung: 18.10.1973 | WDR 3 | 63'12

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